1780/1847 - Ein Blick zurück

Ausführliche Bildbeschreibung 1. Abbildung:

Ein aufgeschlagenes Buch mit leicht fleckigem Papier. Auf dem rechten Blatt in antiquiertem Druck der Titel: Erinnerungen, merkwürdige Lebenserfahrungen und besondere Ansichten des Jakob Birrer, von Luthern, Kantons Luzern, der in seinem vierten Lebensjahre an den Kinderblattern gänzlich blind geworden.

Nach des blinden Mannes eigenen Angaben getreu dargestellt und mit einigen erbaulichen Betrachtungen und schönen Liedern erweitert von H. Nägli.
Zweite verbesserte und vermehrte Auflage, Zürich, Druck von Carl Köhler 1844

Auf dem linken Blatt ein Bild. Der einfarbige Stich zeigt eine sanft hügelige Landschaft, im Hintergrund eine Ortschaft, aus deren niedrigen Häusern sich eine Kirche mit zwei hohen Türmen hervorhebt.
Der Vordergrund wird dominiert von einem Baum. Sein Stamm begrenzt das Bild auf der linken Seite, seine blätterreiche  Krone überschattet eine steinige Straße. Ein sehr aufrecht gehender Mann in langem Mantel, auf dem Kopf eine hohe Schirmmütze und mit einem Tornister auf dem Rücken schreitet vorsichtigen Schritts dahin. In der rechten Hand hält er einen Gehstock mit Knauf, in der linken Hand eine etwas durchhängende Leine. Ein paar Schritte vor ihm trippelt ein Hündchen mit kurzem Fell und Ringelschwanz. Aufmerksam hat es seinen Kopf nach hinten gewendet, um zu seinem Herren zu schauen.

Bildunterschrift:

Der Schweizer Jakob Birrer bildete sich seinen Hund zum Führhund aus und berichtete darüber in seinem Buch „Erinnerungen, besondere Lebensfahrten und Ansichten des Jakob Birrer“ (1847).

Ausführliche Bildbeschreibung 2. Abbildung:

Ein schwarz-weißer Stich mit dem Titel „L’Aveugle des quinze-vingts“ (1753) von Jean Siméon Chardin. Das „Quinze Vingts“ ist ein Hospital für Blinde in Paris, das heute noch existiert.
Ein älterer Mann steht in leicht nach vorne geneigter Haltung an einer aus großen Quadern gefügten Hauswand, hinter ihm ein Stuhl mit geflochtenem Sitz. Der Mann trägt ein langes wallendes, ehemals wohl vornehmes, an einigen Stellen geflicktes Gewand, Stulpenschuhe und auf dem Kopf ein breitkrempiges Barett mit Ohrenklappen. Er macht einen insgesamt resignierten Eindruck.

In der rechten Hand hält er ein tassengroßes metallenes Gefäß vor sich, mit der linken stützt er sich leicht auf einen langen hellen Stab. Um sein Handgelenk baumelt eine mehrfach verknotete Schnur, an der ein mopsartiges Hündchen angeleint ist. Es liegt direkt hinter seinem Herren, den Kopf mit den dicht angelegten Ohren und der eingedrückten Schnauze zur Seite geneigt, schaut es schläfrig vor sich hin.

Bildunterschrift:

Blinder Bettler mit seinem Begleiter, einem Mops.

Ausführliche Bildbeschreibung 3. Abbildung:

Der Stich mit der Unterschrift: Vieux Paris Hopital des Quinze-Vingts en 1567 – édifié en 1264 zeigt den Gebäudekomplex des 1264 erbauten Hospitals für Blinde in Paris. In der Mitte ein Gotteshaus mit einer Kirchturmspitze auf dem Dach und einem angebauten Turm. Rechts und links davon schließen sich mehrstöckige Häuser an das Kirchengebäude an. Ganz rechts im Bild ein alleinstehendes Bauwerk mit einer breiten Seitentreppe. Im Vordergrund liegen einige Baumaterialien. Auf dem gepflasterten Weg zwischen den Häusern sind ein paar schattenhafte Gestalten unterwegs.

Bildunterschrift:

1254 errichtete König Ludwig IX (der Heilige) Quinze-Vingts als Einrichtung für 300 adelige, blinde Rückkehrer aus den Kreuzzügen, „um sie menschenfreundlich zu versorgen, weil Ihnen die Sarazenen die Augen ausgestochen hatten”. (Prof. Beer, „Das Auge”, 1813)

Ein Blick zurück – Die ersten Quellen, die von einer Ausbildung von Hunden zur Führung von Blinden berichten, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Bewohner des Blindenheims Quinze-Vingts in Paris wurden bereits vor 1780 von Hunden durch die französische Hauptstadt geführt. Etwa zur selben Zeit bildete sich in Wien der auf Wanderschaft erblindete Siebmacher Joseph Reisinger seinen Spitz selbst zum Führhund aus. Er brachte ihm bei, Hindernissen auszuweichen und Treppen und Eingänge anzuzeigen. Nach einjähriger Arbeit war das Gespann so gut aufeinander abgestimmt, dass Reisinger sogar verdächtigt wurde, die Blindheit zu simulieren. Nach dem Tod des Spitzes bildete er sich noch zwei weitere Hunde aus.

Partnerschaft – Kein Tier lebt solange mit dem Menschen zusammen wie der Hund: Experten gehen davon aus, dass Hunde schon vor 30.000 Jahren die Nähe zum Menschen gesucht haben.  Das hat Spuren hinterlassen in Biologie und Verhalten des Tieres.
Beispielsweise kann der Hund Gesten und Blicke eines Menschen besonders gut deuten. Hunde pflegen lebenslange Bindungen, sind Kooperations- und Kommunikationstalente, können andere gut imitieren und sind in der Gruppe wenig aggressiv.

Als Partner für den Menschen eignet sich der Hund besonders, weil er leicht trainierbar ist und gerne mit dem Menschen kooperiert. Er ist das einzige Haustier, das den Menschen einem Artgenossen vorzieht. Außerdem ist er leicht zu halten und zu kontrollieren. Dies macht ihn zum idealen Partner des Menschen

Ausführliche Beschreibung 4. Abbildung:

Ein Block mit sechs Schwarzweißfotos, jeweils 3 nebeneinander:

  1. ein Golden Retriever bringt einen Schuh mit Anziehhilfe zu einer im Rollstuhl sitzenden Person.
  2. Ein Schäferhund mit Maulkorb steht vor einer Person in einer Jacke mit Aufschrift Polizei. Im Hintergrund steht ein Polizeiauto.
  3. Ein schwarz-weißer Hütehund (Border Collie) treibt drei wegrennende Schafe vor sich her.
  4. Eine Gruppe von 5 Männern im Morgengrauen unterwegs auf einem Feldweg. Der hintere mit geschultertem Gewehr führt einen Jagdhund an kurzer Leine.
  5. Über die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes bewegt sich vorsichtig ein Schäferhund, den Kopf suchend nach unten geneigt. Er trägt eine Kenndecke mit Kreuz auf hellem Grund.
  6. Ein Soldat mit Stahlhelm kniet in einem aufgewühlten Stück Acker. Er bindet einem vor ihm sitzenden Schäferhund eine aufgerollte Nachricht ans Halsband. Neben ihm steht unangeleint ein weiterer Schäferhund, Im Hintergrund robbt ein Soldat durch den Dreck.
Frau mit Hund, ausführliche Beschreibung im Text
Bild: picture alliance_dpa Themendienst

Ausführliche Beschreibung 5. Abbildung:

Der Ausschnitt eines Farbfotos: der Kopf einer fröhlich lächelnden jungen Frau mit kurzen dunklen Haaren. Davor der Kopf eines hellen Golden Retrievers. Der Bildausschnitt zeigt seine schwarze Nase, seine rosa Zunge im leicht geöffneten Maul, sein Schlappohr und das dunkles Augenpaar.

Hördatei Ausstellungstafel 3

Hier können Sie sich die Texte und Bildbeschreibungen als Hördatei im mp3-Format herunterladen. Es sprechen für Sie Sabine Häcker und Johannes Willenberg.