1965 - Hundezucht und Welpen

Ausführliche Beschreibung 1. Abbildung:
Das Schwarzweißfoto zeigt eine Gruppe von fünf ausgewachsenen blonden Labradorretrievern und acht Welpen. Auf einer Wiese sitzt eine Frau im Gras. Sie trägt eine Regenjacke und hat einen Hut mit breiter Krempe auf, der ihr Gesicht verdeckt. Sie schaut herunter den Labradorwelpen, die zum Teil dicht um sieherum wieseln. Fünf von ihnen klettern auf ihren Schoß, wovon einer sich hoch reckt und versucht mit seiner Schnauze ihr Gesicht zu erreichen. Rechts vor der Gruppe steht eine Labradorhündin und steckt ihre Nase in das Gewühl. Daneben sitzt ein weiterer Labrador. Davor läuft gerade ein Hund aus dem Bild, nur sein Hinterteil und die Rute sind zu sehen. Ein anderer Labbi steht hinter der  Frau und links von ihr kommen noch ein erwachsener Hund und ein Welpe angetrabt.

Bildunterschrift:
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sahen Züchter ihre Aufgabe nur darin, nach rein äußerlichen Merkmalen Elterntiere zu verpaaren. Heute übernehmen sie auch große Verantwortung für die Verhaltensentwicklung, indem sie die Welpen behutsam mit der menschlichen Umwelt vertraut machen.

Ausführliche Beschreibung 2. Abbildung:
Ein vom Verein für deutsche Schäferhunde (SV) ausgestellter Ausweisschein von 1927, mit dem Emblem eines Schäferhundkopfes in der linken oberen Ecke. Es handelt sich um einen Vordruck:
Verein für deutsche Schäferhunde (SV).  Eingetragener Verein Sitz München (im „Deutschen Kartell für Hundewesen“ DKH), ältester und maßgebender Zuchtverein der Rasse. Über 25000 Mitglieder und 1000 Ortsgruppen. Gegründet am 22. April 1899.
Eintrags-Bescheinigung.
Der deutsche Schäferhund / Hündin „Kiss Fortunate Fields“ ist heute im „Zuchtbuch für deutsche Schäferhunde (SZ)“ Band XXV unter Nummer 354939 eingetragen worden.
Augsburg, den 10 April 1927 -  Verein für deutsche Schäferhunde (SV) - Das Zuchtbuchamt.
Der Name der Hündin „Kiss Fortunate Fields“ ist mit Schreibmaschine eingetragen worden, das Datum per Stempel.
Auf der linken Seite befindet sich quer zum Text folgender Hinweis:
„Zur Beachtung! Die Zuchtnummer bildet einen Bestandteil des Namens, deshalb ist es Pflicht, stets diese Nummer anzugeben bei allen Gelegenheiten, wo der eiingetragene Hund an die Oeffentlichkeit (Schau, Ausstellung, Leistungsprüfung, Zeitungsberichte, Anzeigen usw.) tritt.
auf der rechten Seite des Blattes, ebenfalls quer zum Text:
„Wichtig! Bei Abgabe des Hundes ist diese Eintragungsbescheinigung dem neuen Besitzer auszuhändigen, beim Eingehen des Tieres aber dem Zuchtbuchamt des SV unter Angabe der Todesursache einzureichen. Veränderungen des Namens wie überhaupt dieser Bescheinigung sind nicht statthaft!“

Bildunterschrift:
Die Hündin „Kiss“, Rufname „Buddy“, war der erste nach Amerika exportierte Führhund.  Ihr Halter Morris Frank wurde Mitbegründer der Blindenführhundschule „The Seeing Eye“, die 1929 eröffnet wurde.

Hundezucht und Welpen – John Scott und John Fuller veröffentlichten 1965 eine Studie, die wegweisend für die Führhundausbildung werden sollte. In „Genetics and the social behavior of dogs“ belegen sie die Bedeutung der ersten 12 Lebenswochen für die spätere Sozialkompetenz des Hundes: Alles, was die Welpen bis zur 12. Lebenswoche kennen lernen, prägt sich ihnen fest ein. Heute ist der Beginn der Ausbildung im frühen Welpenalter selbstverständlich. Um die besten Grundlagen für eine optimale Entwicklung der Führhundanwärter zu legen, sorgen große Führhundschulen selbst für ihren Nachwuchs: Die britische „Guide Dogs for the Blind Association“ züchtet im Jahr etwa 1.500 Welpen, wovon durchschnittlich zwei Drittel zum Führhund ausgebildet werden können.

Ausführliche Beschreibung 3. Abbildung:
Eine rothaarige Frau in blauem Anorak und Jeans kauert vor einem Gartenzaun auf einem Rasenstück. Sie beugt sich herunter zu einer Gruppe von fünf schneeweißen flauschigen Golden Retriverwelpen. Einer schnappt nach ihren langen, zum Zopf gebundenen, nach vorne fallenden Haaren. Die kleinen Hunde drängeln sich um ihre Knie. Sie hat die Hand gehoben, um einen von ihnen zu streicheln.

Bildunterschrift:
Welpen lieben Menschen – eine wichtige Grundlage für die spätere Kooperationsbereitschaft in Training und Führdienst.

Ausführliche Beschreibung 4. Abbildung:
Der Betrachter des Fotos schaut in den Laderaum eines roten Kombi, die Heckklappe ist hochgeklappt und auf der Ladefläche sitzen bzw. liegen auf einer hellen Decke fünf junge Retriever. Von links nach rechts: ein schwarzer Labbi hängt seine Vorderpfoten lässig über den Autorahmen und schaut aufmerksam nach oben. Neben ihm sitzen ein blonder Labrador und ein Golden Retriever. Der Kopf des Labbis überragt den vor ihm sitzenden Golden. Rechts von den beiden liegen, eng aneinandergeschmiegt, ein hellbrauner und ein schwarzer Labbi. Alle schauen interessiert in dieselbe Richtung.

Bildunterschrift:
Fürs Training werden die angehenden Führhunde täglich zu unterschiedlichen Trainingsorten gefahren.

Ausführliche Beschreibung 5. Abbildung:
Wir sehen einen gepflasterten Platz, auf der linken Seite einen Blumenkübel, daneben ein blankgeputzter Metallabfalleimer. Im Hintergrund ahnt man die Auslagen von Geschäften. Eine große schlanke Frau in pinkfarbenem Blouson, Jeans, Turnschuhen, mit Gürteltasche vor dem Bauch schlendert über den Platz. An der Leine führt sie einen blonden Labradorwelpen mit gelber Kenndecke, der munter neben ihr her trabt und zu ihr hochschaut. Sie blickt lächelnd zu ihm hinunter.

Bildunterschrift:
Ein 12 Wochen alter Labrador übt, brav an der Leine zu gehen.

Ausführliche Beschreibung 6. Abbildung:
Auf dem Zebrastreifen vor einem am Park mit grünem Rasen und Bäumen. Im Vordergrund bildeinnehmend ein hellbrauner Labrador im braunem, ledernen Übungsgeschirr, der zielstrebig voranschreitet. Von der Person, die den Bügel hält, sieht man nur ein paar Füße in Turnschuhen und oberhalb des Hunderückens ein Stück ihrer blauen Hose.

Bildunterschrift:
Sich im Straßenverkehr bewegen und konzentriert zu führen ist die Kernaufgabe eines Führhundes.
In der Regel sind Führhunde am weißen Führgeschirr erkennbar. Im Ausland oder beim Training werden aber auch Geschirre mit anderen Farben verwendet.

Ausführliche Beschreibung 7. Abbildung:
Von einer großen weißen Plastikplane, die auf einem grünen Rasenstück liegt, hüpft ein hellblonder Labradorwelpe mit wehenden Schlappohren einer Bezugsperson entgegen, von der man nur ein paar Beine in Jeans sieht. Der kleine Hund hat ein blaues Brustgeschirr an und wedelt mit dem Schwanz.

Bildunterschrift:
Keine Angst vor unbekannten, komischen Dingen: Planen knistern und machen Spaß.

Eignungskriterien – Damit ein Hund zum Blindenführhund werden kann, muss er körperlich gesund sein und eine Schulterhöhe von etwa 50 bis 70 cm haben. Weitere spezielle Voraussetzungen sind zum Beispiel Intelligenz, Nervenstärke, Friedfertigkeit, Freundlichkeit
und Belastbarkeit. Zu Aggressivität neigende Tiere oder solche mit ausgeprägtem Jagdverhalten dürfen nicht ausgebildet werden.

Ausführliche Beschreibung 9. Abbildung/Grafik:
Eine Schautafel, auf der neun verschiedene Hunderassen als blauer Schattenriss abgebildet sind.
Der dazugehörige Text:
Unter den Führhunden sind heute die Labrador Retriever am häufigsten vertreten, gefolgt von Pudeln und Mischlingen aus Labrador und Pudel (Labradoodle). Sporadisch werden Golden Retriever, Deutsche oder Weiße Schweizer Schäferhunde, Riesenschnauzer, Australian Shepards, Collies, Elos oder Airdale Terrier eingesetzt.
Von links oben nach rechts unten: Labrador Retriever, Pudel, Schäferhund, Golden Retriever, Riesenschnauzer, Australian Shepard, Kurzhaarcollie, Elo, Airdale Terrier.

Ausführliche Beschreibung 8. Abbildung:
Auf einem Rasenstück sitzt ein junger schwarzer Labradorretriever mit rotem Brustgeschirr und schaut aufmerksam nach oben. Neben ihm ein paar Beine in Jeans  und mit weißen Turnschuhen.

Bildunterschrift:
Ein 14 Wochen alter Labrador übt das Sitzen in Grundstellung, also links neben dem Menschen.

Hördatei Ausstellungstafel 7

Hier können Sie sich die Texte und Bildbeschreibungen als Hördatei im mp3-Format herunterladen. Es sprechen für Sie Sabine Häcker und Johannes Willenberg.