Drum prüfe, ...

Frau mit Schäferhund, ausführliche Beschreibung im Text
DBSV_Glatz

Ausführliche Beschreibung 1. Abbildung:

Das Foto zeigt den Kopf eines Schäferhundes im Profil. Seine Nase und die Schnauze sind schwarz, ebenso die Innenseite der aufgestellten Ohren.  Das übrige weiche, etwas längere Fell an Kopf und Hals hat eine hellbraune bis graue Färbung. Ein braunes Auge, dekorativ von schwarzem Fell umrandet, schaut aufmerksam in die Ferne. Eine Frau, von der auf dem Foto nur die untere Gesichtspartie zu sehen ist,  krault den Hund hinter den Ohren. Über einer weißen Bluse trägt sie eine anthrazitfarbene Windjacke, an deren Revers ein gelber Button mit drei schwarzen Punkten befestigt ist.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – Grundlage für die volle Leistungsfähigkeit eines Führgespannes ist, dass Mensch und Hund gut zusammen passen. Daher ist die Auswahl, welcher Hund welchem Menschen zugeteilt wird, ganz besonders wichtig. Ist diese Entscheidung gefallen, lernen Hund und Mensch in einer etwa dreiwöchigen Einarbeitungszeit, miteinander umzugehen. Am Ende der Einarbeitung legt das Gespann eine sogenannte Gespannprüfung ab: Unabhängige Gutachter überprüfen, ob das Mensch-Hund-Gespann verkehrssicher ist, ob sich Mensch und Hund gut verstehen und der Hund gut versorgt wird.

Hundezeugnis Oldenburg 1926, ausführliche Beschreibung im Text
Hundezeugnis Oldenburg 1926

Ausführliche Beschreibung 2. Abbildung:

Ein an den Rändern leicht angegilbtes maschinengeschriebenes Formular aus dem Jahr 1926, am oberen Rand wenige Buchstaben und Zahlen in Sütterlin.
Es wird folgendes dokumentiert: Helene Sz., von Beruf Bürstenmacherin, geboren am 3.2.1903 zu Gelsenkirchen, im Jahr ihrer Geburt an Gehirnentzündung erblindet, ledig, wohnt bei ihren Eltern in Gelsenkirchen in der Sp. Str. Sie hat am 23.10.26 von der Ausbildungsstätte Oldenburg Ihre 2,1/2 Jahre alte Schäferhündin Hella „geliefert“ bekommen. Das Urteil der Blinden beim ersten Besuch war: „Führt gut, bis jetzt keine Fehler festgestellt“.
Der Befund auf dem hier dokumentierten Nachsorgetermin: Hündin führt gut und ist auch in guter Pflege. Die Blinde ist sicher in der Führung, aber etwas gleichgültig. Sie ist eingehend über Pflege, Führung usw. belehrt worden. gez. Wittmann, 1.11.1926

Bildunterschrift:

Hunde lernen und sind daher technischen Hilfsmitteln überlegen. Der Nachteil: Hunde lernen nicht nur erwünschtes, sondern auch unerwünschtes Verhalten. Das kann in Bezug auf die Führleistungen zum Risikofaktor werden. Deshalb müssen Führhundhalter ein ganzes Hundeleben lang das Gelernte mit dem Hund üben. Bereits 1926 wurden die Nachsorgeterminen überprüft und die Qualität in Formularen dokumentiert.

Ausführliche Beschreibung Abbildung/Grafik:

Ein Zahlenstrahl von links nach rechts und skaliert von 2, 3, 4 bis 10:
Beschriftung der Phase vor 2 lautet: 22. bis 23./24. Lebensmonat: Einarbeitung und Eingewöhnung mit blinder Person und Gespannprüfung.
Beschriftung der Phase 2 bis 8 lautet: 2. bis 8./10. Lebensjahr: Geschätzter durchschnittlicher Einsatz als Blindenführhund gleich 6 bis 8 Jahre.
Beschriftung der Phase 8 und mehr: ab 8./10. Lebensjahr Hund geht außer Dienst und lebt als Familienhund in "Rente".

Ausführliche Beschreibung 3. Abbildung:

Auf einem roh zusammengezimmerten Holztischchen steht ein Schäferhund mit dunklem Fell, nur seine Beine haben eine helle Färbung. Er gähnt mit weit geöffneten Maul, die Augen sind fest zugekniffen, seine Ohren angelegt. Hinter ihm steht ein junger Mann, dem eine blonde Haarsträhne ins Gesicht fällt. Seine linke Hand drückt den Kopf des Hundes an seine Brust. In der rechten Hand hat er eine große ovale Bürste, mit der er den Hund umarmt, um dessen rechte  Schulter  zu striegeln. Im Hintergrund ein Holzzaun vor Kiefernbäumen und Büschen. Der etwas ausgebeulte Anzug mit den großen aufgesetzten Taschen und die Frisur des Mannes lassen darauf schließen, dass dieses Schwarzweißfoto in den fünfziger Jahren aufgenommen wurde.

Bildunterschrift:

Teil der Einarbeitung und der täglichen Routine ist, dass der Mensch den Hund sorgfältig bürstet und abtastet. So kann er Hautverletzungen oder andere Krankheitsanzeichen bemerken.

Ausführliche Beschreibung 4. Abbildung:

Ein blonder, ein etwas molliger Labrador liegt, die Vorderpfoten dicht aneinander gelegt, auf einem Gehweg mit kleinem Kopfsteinpflaster. Das Führgeschirr liegt locker auf seinem Rücken. Eine doppelte Leine wird von oben gehalten. Vom Halter sind nur die blau-behosten Beine zu sehen. Der Hund hat den Kopf leicht zur Seite geneigt und schaut etwas schläfrig vor sich hin.

Bildunterschrift:

Nelly ist schon 11 Jahre alt und hat mehr als acht Jahre geführt. Wenn ein Hund die Führleistungen nicht mehr erbringen kann, wird für ihn die beste Lösung gesucht: Entweder er bleibt im Haushalt oder es findet sich eine „Rentenstelle“.

Ausführliche Beschreibung 5. Abbildung:

Auf einem gepflasterten Parkweg gehen eine Frau und ein Mann nebeneinander. Die Frau mit braunen halblangen Haaren, in dunklem Frühjahrsmantel schiebt an einer Stange mit Handgriff ein niedriges vierrädriges Gefährt vor sich her. Die Führstange ist mit der Achse der beiden, eng nebeneinander stehenden Hinterrädern verbunden. Die Vorderräder sind an einem weißen, gebogenen, kniehohen Metallbügel angebracht. Der Bügel hat eine Querstrebe, von der ausgehend eine Stange zur Hinterachse führt. Am Metallbügel sind die Streben eines beweglichen Führbügels befestigt. Diesen hält der Mann in seiner rechten Hand. Er hat eine schwarze Augenbinde auf und trägt über einem weißen Hemd eine offene dunkelblaue Übergangsjacke. Hinter den beiden verläuft ein schmaler, an den Rändern begrünter  Graben, über den eine Brücke führt. Im Hintergrund steht ein Sommerhaus.

Bildunterschrift:

Der „Führhund-Simulator“ wird von einem erfahrenen Führhundtrainer bedient. So lernen blinde Menschen, sich vom Hund führen zu lassen, die richtigen Signale zu geben und die Bewegungen des Hundes im Führgeschirr zu fühlen und richtig einzuschätzen. Sie erlangen dadurch Sicherheit, bevor sie mit einem lebendigen Hund üben. Auch als Selbsterfahrungsübung für sehende Menschen ist der DogsimTM hilfreich.

Ausführliche Beschreibung 6. Abbildung:

Auf einem Rasenstück vor einer Hecke steht ein Exemplar des Führhund-Simulators „Dogsim“. Das vierrädrige Gerät hat am hinteren Ende eine lange Führstange mit Haltegriff, die mit den zwei eng nebeneinander stehenden Hinterrädern verbunden ist. Die Führstange lässt an einem Scharnier abknicken. Über den beiden Vorderrädern wölbt sich etwa kniehoch ein weißer Metallbügel. Der Bügel hat eine Querstrebe, eine Stange verbindet sie mit der Hinterachse. Zu beiden Seiten  der Rundung des Metallbügels sind die Streben eines beweglichen Führbügels angebracht.
Hinter dem Dogsim steht als Fotomontage eingeblendet ein heller Labrador mit Führgeschirr ohne Bügel. So kann sich der Betrachter des Bildes die Simulation der Führsituation vorstellen.

Hördatei Ausstellungstafel 9

Hier können Sie sich die Texte und Bildbeschreibungen als Hördatei im mp3-Format herunterladen. Es sprechen für Sie Sabine Häcker und Johannes Willenberg.