Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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dbsv-direkt Nr. 12-10 Weltfrauentag: DBSV fordert Gleichstellung behinderter Frauen in allen Bereichen

Von: Hans Kaltwasser

08.03.10

Anlässlich des heutigen Weltfrauentages mahnt der DBSV die Beseitigung von mehrfachen Diskriminierungen und die Stärkung der Rechte behinderter Frauen an. Wenngleich in Deutschland mit dem Frauenwahlrecht, dem Gleichstellungsartikel und dem Gleichberechtigungsgesetz wichtige Meilensteine für Frauen erreicht wurden, bestehen Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen unvermindert fort. Insbesondere bei der uneingeschränkten Teilhabe von Frauen mit Behinderung gibt es politischen Handlungsbedarf. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist das Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen. In Deutschland leben rund 3,3 Millionen Frauen mit Behinderung. Viele von ihnen werden aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Behinderung Opfer von mehrfachen Diskriminierungen. "Mit der Ratifizierung des Abkommens hat Deutschland anerkannt, dass Frauen mit Behinderungen mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt sind", erklärt Helga Neumann, DBSV-Präsidiumsmitglied und Frauenvertreterin des Verbandes. "Jetzt steht die Bundesregierung in der Pflicht, diese zu beseitigen und in geeigneter Weise dafür zu sorgen, dass behinderte Frauen ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben in Würde leben können."

Zu den Forderungen, die der DBSV an die Bundesregierung stellt, zählt insbesondere das Recht auf gleichgeschlechtliche Pflege. Behinderte Frauen mit Pflegebedarf können zwar derzeit den Wunsch äußern, von einer Frau gepflegt zu werden. Einen Rechtsanspruch darauf haben sie jedoch nicht. "Frauen, die ihr Leben lang auf Assistenz und Pflege angewiesen sind, müssen einen Rechtsanspruch haben, bei der Körper- und Intimpflege einen Menschen ihres Vertrauens zu wählen", so die DBSV-Frauenbeauftragte. Darüber hinaus fordert der DBSV die gesetzliche Verpflichtung der staatlichen Akteure zum Gender-Disability-Mainstreaming (Gleichstellung behinderter Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen) und die Darstellung der Lage behinderter Frauen in den Berichten der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Konvention.

 

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