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14.07.10
Kalorien, Zutaten oder Haltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackungen zu entziffern, ist für Senioren und sehbehinderte Menschen oft Glücksache.
Kleine Schrift und kontrastarme Gestaltung sind eher die Regel als die Ausnahme. Mit einer Mitmach-Aktion machen die Verbraucherzentralen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO im Rahmen der gemeinsamen Initiative "Fit im Alter" seit Mai auf diesen Misstand aufmerksam und versuchen zum Umdenken zu bewegen.
Noch bis zum 30. September läuft die Aktion „Lesbare Etiketten“, bei der Konsumenten aufgerufen sind, sich auf sich auf der Webseite
www.fitimalter.de über Produkte zu beschweren aber auch positive Lebensmitteletiketten zu loben. In einer Pressemitteilung macht die BAGSO darauf aufmerksam, warum die Debatte um lesbare Etiketten zurzeit besonders aktuell ist:
„Immer mehr Verbraucher möchten wissen, was sie kaufen, wollen Lebensmittel mit einem besonders hohen Fettgehalt meiden oder müssen als Allergiker auf bestimmte Bestandteile verzichten. Da die EU-Politiker Mitte Juni gegen die anschauliche Kennzeichnung mit Ampelfarben gestimmt haben, wird die Forderung nach einer sehr gut lesbaren Beschriftung noch drängender.“
Die Resonanz auf die Aktion ist bisher gut. Mit 32 Prozent rangiert die Schriftgröße an erster Stelle der Beanstandungen. Die eingesendeten Etiketten zeigen, dass die Kritik der Verbraucher nachvollziehbar ist. „Wenn sich Buchstaben in 1-Millimeter-Größe eng aneinander reihen, dann fällt es nicht nur älteren Menschen schwer, sich zu informieren“, meint Anne v.
Laufenberg-Beermann, Projektleiterin bei der BAGSO. Und die Aktion zeigt bereits Wirkung: „Auf die ersten Abmahnungen haben einige Hersteller bereits reagiert und eine Optimierung der Verpackung verbindlich zugesagt“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.
Noch bis zum 30. September haben Verbraucher die Gelegenheit, sich im Internet zu beteiligen und bestimmte Verpackungen einzusenden oder in einer Verbraucherzentrale vor Ort abzugeben. „Auch sehbehinderte Menschen – egal ob alt oder jung – sollten hier teilnehmen und damit auf ihre Perspektive, ihre Schwierigkeiten beim Lebensmittelkauf hinweisen“, appelliert Ernst-Dietrich Lorenz vom Gemeinsamen Fachausschuss für allgemeine Hilfsmittel (GFaH) der Deutschen Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe. Der Fachausschuss hatte sich in der Vergangenheit für ähnliche Themen, unter anderem die sehbehinderten- und altengerechte Gestaltung von Medikamentenverpackungen eingesetzt. „Immer mehr Senioren haben irgendwann mit einer Sehbehinderung zu tun und immer mehr unserer Mitglieder sind heute ältere Menschen. Die Schnittmenge der Interessen und Anliegen wächst weiter.
Der DBSV unterstützt diese Aktion also sehr gerne“, meint auch der Seniorenbeauftragte des DBSV, Dr. Alfred Preuße.
Alle Informationen zur Aktion „Lesbare Etiketten“ unter
www.fitimalter.de