Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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dbsv-direkt Nr. 40-10 Stacheln zeigen für das Blindengeld: BSVSH startet „Hase und Igel-Aktion“

Von: Irene Klein

22.07.10

Eine Sommerpause können sich die Blindengeldkämpfer in Schleswig-Holstein nicht gönnen. Stattdessen nutzen Sie die Zeit, um sich den politischen Verantwortungsträgern für die geplante Halbierung des Landesblindengeldes immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Lesen Sie in der nachfolgenden Pressemitteilung, was es mit der „Hase und Igel-Aktion“ des BSVSH auf sich hat:

Lübeck, 21. Juli 2010. „Wi sünd all dor!“ („Wir sind schon da!“) – mit dieser neuen Aktion wollen Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein e. V. (BSVSH) gemeinsam mit weiteren Mitstreitern Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zur Eröffnung der 121. Travemünder Woche begrüßen. Am Freitag, dem 23. Juli 2010, wollen die Betroffenen beim Lübecker Yacht-Club in Travemünde gegen die geplante Halbierung des Blindengeldes von 400 auf 200 Euro ein prägnantes Zeichen setzen (siehe Termin).

In Anlehnung an das Märchen der Gebrüder Grimm „Der Hase und der Igel“ werden die Betroffenen künftig auf vielen Terminen des Ministerpräsidenten und des Sozialministers, Dr. Heiner Garg, auftauchen, um ihnen und der Öffentlichkeit das Anliegen „Hände weg vom Blindengeld“ dauerhaft ins Gedächtnis zu rufen. Ausgestattet mit gelben T-Shirts und mit Transparenten „Wi sünd all dor!“, wollen sie wie der Igel im Märchen immer kurz vor dem Hasen im „Ziel“ sein und die Politiker gebührend in Empfang nehmen.

„Der eigentlich von vornherein gegenüber dem flinken Hasen als chancenlos geltende Igel steht symbolisch für uns blinde Schleswig-Holsteiner. Mit der Aktion wollen wir ein Signal setzen und der Politik die Sorgen und Ängste immer wieder vor Augen halten, die mit einer Halbierung des Blindengeldes verbunden sind“, so Ulf Dollerschell vom Vorstand des BSVSH. „Den „alten Hasen“ aus der Politik wollen wir damit auch zeigen, dass man vor uns nicht weglaufen kann. Gleichzeitig machen wir deutlich, dass wir uns nicht einigeln lassen und jederzeit für Gespräche mit der Landesregierung über die Auswirkungen der Kürzungen auf den Alltag offen sind.“

Die „Wi sünd all dor!“-Aktion ist eine von zahlreichen Aktivitäten der Kampagne „Hände weg vom Blindengeld“. Eine gegenwärtig laufende bundesweite Unterschriftenaktion stößt schon jetzt auf großen Zuspruch. Bereits wenige Wochen nach dem Auftakt konnten 6.857 Unterschriften gegen die Kürzungspläne der Landesregierung in Schleswig-Holstein gesammelt werden. Die Unterschriftenlisten sollen vor der Verabschiedung des Sparpakets im Landtag Vertretern der Landesregierung übergeben werden.

Um einen fairen und angemessenen Ausgleich für blindheitsbedingte Aufwendungen und Nachteile zu schaffen, ohne dass das eigene Einkommen und die Ersparnisse eingesetzt werden müssen, fordert der BSVSH, dass das Landesblindengeld mindestens der Höhe des Pflegegeldes der Pflegestufe II nach § 37 Abs. 1 Satz 2 SGB XI entspricht. Dieses beträgt derzeit monatlich 430 Euro.

Gegenwärtig leben etwa 5.000 Blinde und mindestens 20.000 Menschen mit einer hochgradigen Sehbehinderung in Schleswig-Holstein.

HINTERGRUND: Märchen „Der Hase und der Igel“
Bei einer Begegnung auf einem Feld macht sich ein Hase über die schiefen Beine eines Igels lustig. Der Igel fordert ihn daraufhin zum Wettrennen auf einem Acker heraus. Mit einer List gewinnt er das Rennen: Am Start läuft er nur ein paar Schritte. Im Ziel, am Ende der Ackerfurche, wartet seine ihm zum Verwechseln ähnlich sehende Frau. Sie begrüßt den Hasen mit „Ick bün all dor!“ („Ich bin schon da!“). Der Hase, der seine Niederlage nicht begreifen kann, bricht nach unzähligen Revancheläufen erschöpft zusammen.

TERMIN: Eröffnung 121. Travemünder Woche
Freitag, 23. Juli 2010, 17 Uhr
Race-Village, Lübecker Yacht-Club, Trelleborgstr. 2, 23570 Lübeck-Travemünde

Ansprechpartner:
Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein e. V.
Ulf Dollerschell, Vorstand
E-Mail: ulf.dollerschell(at)bsvsh.org
Tel.: 04 51 / 408-508 14 (Geschäftsstelle Lübeck)
Mobil: 01 75 / 33-82 682 (Ulf Dollerschell)

Die Unterschriftenliste kann im Internet unter  Externer Link www.bsvsh.org heruntergeladen werden.

 

 

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