Geräuscharme Autos

Ohne ein akustisches Warnsystem sind Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge überhörbar. 

Die deutsche Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Marktanteil von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen bis 2020 signifikant zu erhöhen. Diese Fahrzeuge sind umweltfreundlich und leise. Der DBSV begrüßt dies grundsätzlich, sieht jedoch in der geringen Geräuschemission der Fahrzeuge die Problematik, dass Blinde, sehbehinderte Menschen und andere gefährdete Gruppen unbedingt ein Geräusch brauchen, um sich selbständig und sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.

Seit 2009 arbeitet der DBSV zum Thema “geräuscharme Autos”. Ein zentraler Punkt ist dabei der Sicherheitsaspekt.

Der Verwaltungsrat des DBSV beschloss eine Resolution über geräuscharme Autos, die die Bundesregierung dazu auffordert, die Bedürfnisse von blinden oder sehbehinderten Menschen zu berücksichtigen. Der Gemeinsamer Fachausschuss für Umwelt und Verkehr des DBSV hat sich dem Thema zugewandt und im Jahr 2011 einen Workshop organisiert, an dem Forscher, das zuständige Ministerium, Versicherungen, Universitäten und DBSV-Mitglieder teilnahmen. Als Ergebnis wurden Mindestanforderungen an ein akustisches Fahrzeug-Warnsystem (AVAS) für geräuscharme Autos festgehalten.


Neben den Aktivitäten auf nationaler Ebene koordinierte der DBSV die Arbeit der EBU-Kampagne zur EU-Verordnung über den Geräuschpegel von Kraftfahrzeugen, die in der zweiten Lesung vom Europäischen Parlament am 3. April 2014 angenommen wurde. Die Verordnung sieht vor, dass alle geräuscharmen Autos bis 1. Juli 2021 mit einem AVAS ausgestattet werden müssen. Ein Pausenschalter für ein solches AVAS wird ebenfalls verpflichtend. Die EBU sieht im Pausenschalter eine Schwächung der EU-Verordnung, auch wenn diese festlegt, dass der Pausenschalter bei jedem Start des Autos erneut bedient werden muss.

Die EU-Kommission ist berechtigt, Anhang VIII der EU-Verordnung unter Berücksichtigung der Globalen Technische Regulierung (GTR) zu ändern. Diese wird zurzeit von  UN-Gremien vorbereitet. Der DBSV als Koordinator der EBU-Kampagne begleitet die Arbeit dieser UN-Gremien. Über die GTR wäre es möglich, die Regelung zum Pausenschalter zu kippen.

Zur besseren Koordinierung der nationalen und internationalen Arbeit organisierten DBSV und WBU im Jahr 2015 einen Gipfel zum Thema "Geräuscharme Autos" in Berlin, dessen Ergebnisse ein Papier mit Anforderungen an ein AVAS sowie ein Plan zum weiteren, abgestimmten Vorgehen waren.

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