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Aniridie ist eine seltene Augenerkrankung bei der die Iris (die Regenbogenhaut) nicht oder nur unvollständig ausgebildet ist. Da die Iris den Lichteinfall in das Auge regelt, analog einer Blende beim Fotoapparat, werden Menschen mit Aniridie stark geblendet. Häufig haben sie ein eingeschränktes Sehvermögen.
Aniridie kann als Teil des WAGR-Syndroms auftreten (Wilmstumor, Aniridie, urogenitale Fehlbildungen, geistige Retardierung).
Bei Aniridie ist die Iris äußerlich kaum zu sehen. Das Sehvermögen ist unterschiedlich ausgeprägt. Häufig ist Aniridie von Nystagmus (Augenzittern) begleitet.
Aniridie ist zumeist aufgrund eines vererbten Gendefekts oder einer embryonalen Entwicklungsstörung angeboren. Jedoch kann die Iris auch durch Unfälle verletzt werden.
Aniridie-Patienten zeigen ein erhöhtes Risiko für die Bildung eines Glaukoms oder Katarakts und sollten sich deshalb regelmäßig vom Augenarzt untersuchen lassen.
Eine Standardtherapie gibt es nicht, sondern es werden Maßnahmen an die individuelle Situation des Patienten oder der Patientin angepasst. Das können beispielsweise getönte Brillen, Kantenfiltergläser oder Kontaktlinsen mit einer künstlichen Iris sein, um die Blendwirkung herabzusetzen und Fehlsichtigkeit so weit als möglich zu korrigieren. Verschiedenste vergrößernde optische Hilfsmittel können weiterhin dabei helfen, das vorhandene Sehvermögen bestmöglich zu nutzen.
Falls die Aniridie Teil des WAGR Syndroms ist, ist ein regelmäßiges Nierenscreening auf mögliche Tumorbildung (Wilms-Tumor) notwendig.
Wenn Sie Fragen zur Krankheit Aniridie haben, weil Sie selbst, Ihre Kinder oder andere Familienmitglieder betroffen sind, können Sie sich sehr gern bei uns melden! Im DBSV gibt es eine Gruppe von Menschen, die selbst von Aniridie betroffen sind und die gern für Fragen und zum Austausch zur Verfügung stehen. Ansprechpartner für Sie ist:
Beratungsdienst Auge
Juliane Willuhn
Tel. (030) 28 53 87 -288
E-Mail: j.willuhn(at)dbsv.org
Angelika Ostrowski
Tel. (030) 28 53 87 -287
E-Mail: a.ostrowski(at)dbsv.org
Weiterhin möchten wir Sie auf die
Aniridie-WAGR Selbsthilfegruppe hinweisen, in der sich vor allem Eltern betroffener Kinder zusammengeschlossen haben und mit der uns ein reger Kontakt verbindet.