Internationaler Blindensportverband (IBSA)
Kategorien B1 und B2/B3
Letzte Aktualisierung: Juni 2008
Inoffizielle Übersetzung aus dem Englischen und Spanischen von Reiner Delgado
Stand der Übersetzung: November 2008
Inhalt
Zu einigen Punkten dieser Regeln finden Sie Erläuterungen, die mit Vertretern der IBSA und anderen internationalen Blindenfußballexperten besprochen wurden.
Kategorie B1: Spielregeln
1. Das Spielfeld
Das Spielfeld soll stets unbedeckt sein, um eine optimale Akustik zu gewährleisten. Im Falle von widrigen Wetterbedingungen, außerhalb der Kontrolle des Organisationskomitees - anhaltender Regen, starker Wind usw. - müssen alternative Anlagen, mit einer bedeckten Spielfläche mit ähnlichen Eigenschaften zur Verfügung stehen, um ein Fortführen des Wettbewerbs sicherzustellen. Z. B. mit einer Oberfläche des Spielfeldes aus Holz, synthetischem Gummi oder ähnlichem Material. Der Alternativspielort muss durch die technischen Delegierten der IBSA sowie den Vorsitzenden des Organisationskomitees begutachtet und zugelassen sein.
Technischer Deligierter der IBSA und Organisationskomitee sollen sicher stellen, dass Flutlicht auch das Spielen bei Nacht erlaubt.
Abmessungen
Das Feld muss rechteckig sein. Die Seitenlinien müssen länger als die Torlinien sein.
Länge: max. 42 Meter min. 38 Meter
Breite: max. 22 Meter min. 18 Meter
Seitenlinien
Die Seitenlinien der Spieloberfläche sollen von Banden gebildet werden, deren Zweck es ist, einen fließenderen Rhythmus des Spiels zu erlauben und ständige Einschüsse zu vermeiden, da diese das Spiel übermäßig verlangsamen würden. Außerdem dienen diese Banden dazu, die Orientierung der Spieler zu erleichtern. Die Höhe dieser Banden kann von 100 cm bis 120 cm variieren. Die Banden sollen im rechten Winkel zur Torauslinie (Senkrechte) von jeder Ecke der Torauslinie einen Meter über die Torauslinie hinausgehen.
Außen- und Mittellinien
Das Spielfeld ist gemäß dem Schaubild mit sichtbaren 8 Zentimeter breiten Linien zu markieren. Die längeren Linien, die das Feld begrenzen, heißen Seitenlinien, und die kürzeren Torlinien. Quer über die Breite des Feldes ist die Mittellinie zu ziehen, die das Feld in zwei Hälften teilt. Die Mitte des Feldes ist deutlich mit einem Punkt zu markieren, von dem aus ein Kreis mit einem Radius von 3 Metern zu ziehen ist.
Der Eckraum
Im Kreuzungspunkt der Torlinie und der Seitenlinie ist ein Rechteck von 20 cm mal 8 cm in Richtung des Tors auf der Außenkante der Torlinie zu markieren. Dieses dient zur Orientierung des Spielers, der eine Ecke ausführt.
Die Ruferzonen
Jeweils ca. 10 m von den Torlinien entfernt sind an den Oberkanten der Banden 8 cm breite Linien zu markieren. Diese teilen das Feld in die drei Ruferzonen ein.
siehe Erläuterung zu den Ruferzonen
Der Strafraum
An beiden Enden des Feldes ist jeweils ein Strafraum (Penaltiraum) wie folgt zu markieren:
Von der Außenseite jedes Torpfostens ist je eine imaginäre Linie von 6 m Länge rechtwinklig zur Torlinie ins Feld hinein zu ziehen. Die Torpfosten sind die Mittelpunkte zweier Kreislinien, die von den Enden der imaginären Linien in Richtung der näheren Bande gezogen werden. Die Enden der Kreislinien werden durch eine 3,16 m lange Linie parallel zur Torlinie verbunden. Die letztere Linie und die beiden Kreislinien schließen den Strafraum ein.
Der Torwartraum
Der Torwartraum ist rechteckig mit den Maßen 5 m mal 2 m. Die längere Linie ist parallel zu der Torauslinie zu markieren, bestehend aus 3 m der Torlinie plus einem Meter auf jeder Seite der Torpfosten. Sie bildet mit den 2m-Linien an jedem Ende einen 90-Grad-Winkel.
Die Strafstoßmarke
Auf einer imaginären Linie senkrecht zur Torlinie gezogen von der Mitte zwischen den Torpfosten ist in einem Abstand von 6 Metern ein Punkt zu markieren. Diese Markierung ist der Punkt, von dem der Strafstoß ausgeführt wird. (Penaltipunkt)
Die 8-Meter-Marke (Doppelpenaltimarke)
Auf einer imaginären senkrechten Linie von der Torlinie mitten zwischen den Torpfosten ausgehend, ist ein sichtbarer Punkt in einem Abstand von 8 m zu markieren. Diese Markierung ist die 8-Metermarke (Doppelpenaltimarke).
Ruferzone hinter dem Tor
Hinter jedem Tor muss ein Bereich für den dortigen Rufer frei von Hindernissen bleiben, damit der Rufer seine Aufgabe ungehindert erfüllen kann.
Die Auswechselzone
Auswechslungen dürfen nur durch eine Zentrale Tür gegenüber dem Zeitnehmertisch oder von der Torlinie des entsprechenden Endes erfolgen, sollte es keine zentrale Tür geben.
Die Tore
Die Tore sind weiß und in der Mitte jeder Torlinie aufzustellen und sind durch zwei senkrechte Pfosten mit einem Abstand von 3 Metern (inneres Maß) zu bilden, die oben durch eine horizontale Querlatte verbunden sind, deren Unterkante zwei Meter vom Boden entfernt ist. Die Breite und die Tiefe der Torpfosten und der Querlatte beträgt 8 Zentimeter. Die Pfosten und die Querlatte müssen von der gleichen Breite sein. Die Netze müssen an den Pfosten und an der Querlatte hinter dem Tor befestigt sein. In Bodenhöhe sind die Netze durch gebogene Rohre oder andere angemessene Netzträger zu befestigen.
Die Tore können 80-100 cm tief sein.
Die Spielfeldoberfläche
Die Spielfeldoberfläche muss aus Zement, Kunstrasen oder Rasen, glatt, eben und abriebfest sein.
Geringe Spielfeldbreite
Bei einer Spielfeldbreite von nur 15-16 m ist der Strafraum aus Kreislinien - wie oben beschrieben - mit einem Radius von nur 4 m zu bilden.
2. Der Ball
Der Ball soll kugelförmig und aus Leder oder einem anderen geeigneten Material gefertigt sein. Es soll kein Material bei der Herstellung des Balles benutzt werden, das eine Gefahr für die Spieler darstellen könnte.
Der Umfang des Balles soll zwischen 60 und 62 cm betragen. Das Gewicht des Balles zu Beginn des Spiels muss zwischen 510 und 540 Gramm liegen. Der Innendruck des Balls muss 0,4-0,6 Atmosphären betragen.
Das Klangsystem befindet sich im Inneren, um so eine regelmäßige Flugbahn des Balles zu erlauben, so dass wenn dieser sich schnell dreht oder rotiert, der Klang erhalten bleibt und die Spieler geschützt werden. Sollte der Ball seine normale Spielbeschaffenheit oder den Klang während des Spiels verlieren, ist das Spiel zu unterbrechen und der Ball auszuwechseln. Geschieht dies während laufendem Spiel, lässt der Schiedsrichter den neuen Ball an der Stelle hörbar fallen, wo der erste Ball zu Schaden kam.
Kommt der Ball außerhalb des Spiels zu Schaden, ist es durch einen Torabwurf, Freistoß, Strafstoß, Doppelstrafstoß oder eine Ecke wieder zu starten.
Bei offiziellen Spielen oder Turnieren der IBSA oder ihrer Mitgliedsorganisationen sind die offiziellen IBSA-Bälle zu benutzen.
siehe Erläuterung zur Beschaffenheit des Balls
siehe detaillierte Beschreibung zum Ball und Bezugsquellen
3. Zahl der Spieler
Das Spiel wird von 2 Mannschaften bestritten, von denen jede aus maximal 4 vollblinden (B1) Spielern und einem Torwart besteht, der sehend oder sehbehindert (B2 oder B3) sein kann.
Jede Mannschaft darf höchstens mit 13 Vertretern mit folgenden Funktionen angemeldet sein: 8 Spieler, 2 Torwarte, 1 Trainer, 1 Assistenztrainer, 1 Arzt oder Physiotherapeut.
Auswechselungen
Ein Auswechselspieler darf in jedem Spiel eingesetzt werden, das gemäß den Regeln eines offiziellen IBSA Wettbewerbs ausgetragen wird.
Die maximale Zahl der Auswechselspieler beträgt 5 (1 Torwart und vier Feldspieler).
Während des Spiels darf jede Mannschaft zu jeder Zeit eine unbegrenzte Anzahl von Auswechslungen vornehmen. Ein Spieler, der das Spiel durch Auswechselung verlassen hat, darf später wieder eingewechselt werden.
Es gelten folgende Bedingungen:
- Der Ball darf bei der Auswechselung nicht im Spiel sein.
- Das Spiel wird angehalten.
- Die Auswechselung muss incl. der Zahl und Namen der auszuwechselnden Spieler öffentlich bekannt gegeben werden.
- Die Spieler müssen das Spielfeld durch die Auswechselzone ihres Teams betreten bzw. verlassen.
- Der einzuwechselnde Spieler darf das Feld erst betreten, wenn der auszuwechselnde es ganz verlassen und der Schiedsrichter die Erlaubnis zum Betreten gegeben hat.
- Die Entscheidung über die Einwechselung eines Spielers haben letztlich die Schiedsrichter.
- Der Auswechselvorgang ist beendet, wenn der eingewechselte Spieler das Feld betreten hat und damit zum aktiven Spieler wird.
- Wenn der einzuwechselnde Spieler das Feld betritt, ehe der auszuwechselnde es komplett verlassen hat, wird das Spiel angehalten, der einzuwechselnde Spieler wird verwarnt, erhält die Gelbe Karte und muss das Feld wieder verlassen, dann wird das Spiel mit einem Freistoß der gegnerischen Mannschaft von dem Punkt fortgesetzt, wo sich der Ball vor dem Auswechselvorgang befand (befand er sich im Strafraum, wird der Freistoß von dem Punkt auf der Strafraumlinie ausgeführt, der der Ballposition am nächsten ist).
- Im Falle eines Strafstoßes oder 8-Meter-Freistoßes darf der Torwart nicht ausgewechselt werden, außer bei Verletzungen oder Prellungen, die vom Schiedsrichter festgestellt und vom Turnier- oder Teamarzt oder - falls ein solcher nicht anwesend ist - einem Physiotherapeuten bestätigt wird.
- Ein Spieler mit fünf persönlichen Fouls muss sofort ausgewechselt werden, darf aber nicht in das Spiel zurückkommen.
- Erhält ein Spieler die rote Karte, muss er sofort ausgewechselt werden, darf nicht ins Spiel zurück kehren und nicht auf der Auswechselbank bleiben.
- Jede Mannschaft muss das Spiel mit vier aktiven Feldspielern und einem Torwart beginnen. Wenn eine Mannschaft während eines Spiels mit weniger als drei Spielern (incl. Torwart) auf dem Feld verbleibt, wird das Spiel abgebrochen.
Rolle des Mannschaftskapitäns
- Die Mannschaft während des gesamten Spiels zu vertreten, und auch für das Ansprechen des Schiedsrichters und anderer Offizieller verantwortlich zu sein und zu versuchen, das gute Betragen und das sportliche Benehmen seiner Kollegen aufrecht zu halten.
- Der Kapitän muss sich von dem Rest der Mannschaft durch Tragen einer Armbinde auf einem Ärmel unterscheiden. Sollte er das Feld verlassen, muss er einen neuen Kapitän benennen, der seine Funktionen übernimmt.
4. Ausrüstung der Spieler
Ein Spieler darf nichts tragen, was für die anderen Spieler eine Gefahr darstellt.
Die übliche Ausrüstung eines Spielers besteht aus einem Hemd, einer kurzen Hose, Strümpfen, Schienbeinschützern und Fußbekleidung. Was die Fußbekleidung betrifft, dürfen nur Segeltuch- oder weiche Ledersportschuhe mit Gummisohlen getragen werden. Das Tragen von Fußbekleidung ist obligatorisch.
Die Schienbeinschützer müssen von den Strümpfen vollständig bedeckt sein und aus einem geeigneten Material bestehen, das einen angemessenen Schutz bietet. (Gummi, Plastik, Polyurethan (PUR) oder ähnliche Materialien)
Die Hemden der Spieler müssen auf dem Rücken nummeriert sein, so dass jeder Spieler einer Mannschaft eine unterschiedliche Nummer trägt. Bei internationalen Turnieren ist auch vorne eine Nummer zu tragen, die kleiner sein darf als hinten.
Der Torwart darf eine lange Hose (Trainingshose) tragen und muss sich in der Farbe der Sportkleidung von den anderen Spielern und von den Schiedsrichtern unterscheiden.
Die Feldspieler tragen auf beiden Augen Pflaster (für Spieler mit Glasaugen ist dies nicht obligatorisch). Darüber tragen sie eine vorn und seitlich deckende Augenbinde, die durch das Organisationskomitee übergeben und durch den technischen Beauftragten der IBSA überprüft wird.
Es soll keine Erlaubnis für den Gebrauch von Protektoren erteilt werden, die aus Sicht des Schiedsrichters eine körperliche Gefahr für die anderen Spieler darstellen.
Jeder Spieler, der sich nicht an diese Regeln hält, wird aufgefordert, das Spielfeld zu verlassen, um seine Ausrüstung in Ordnung zu bringen oder seine Ausrüstung mit dem fehlenden Teil zu ergänzen. Er darf erst dann auf das Spielfeld zurückkehren, wenn er sich bei einem der Schiedsrichter gemeldet hat, welcher prüfen muss, ob die Ausrüstung nun in Ordnung ist. Der Spieler darf nur auf das Spielfeld zurückkehren, wenn der Ball nicht im Spiel ist.
5. Schiedsrichter
Der Schiedsrichter hat die volle Autorität, die Spielregeln für das Spiel durchzusetzen, für das er bestimmt ist. Diese beginnt von dem Augenblick an, in dem er das Areal betritt, auf dem sich das Spielfeld befindet und endet, wenn er es verlässt. Während des Spiels erstrecken sich seine Befugnisse zu sanktionieren bis hin zu den Verstößen, die während einer zeitweiligen Unterbrechung des Spiels und zu einem Zeitpunkt begangen werden, wenn der Ball nicht im Spiel ist. Ihre Entscheidungen über Tatsachen, die mit dem Spiel zusammenhängen, sind endgültig, insoweit sie das Ergebnis des Spiels betreffen.
Der Hauptschiedsrichter muss alle
FIFA-Futsallregeln, die IBSA-Anpassungen 3 und die Regeln gemäß Anhang Nr. II befolgen und durchführen. Zusätzlich ist er verpflichtet, mit Hilfe des Lautsprechers für Ruhe im Publikum zu sorgen, damit die Partie korrekt und sicher gespielt werden kann.
Jeder Schiedsrichter muss die obligatorische Uniform, bestehend aus Hemd, Hose und Sportschuhen tragen, die ihn deutlich von den Spielern unterscheidet.
Der Schiedsrichter hat
- den Spielregeln Geltung zu verschaffen.
- von einer Spielunterbrechung abzusehen, wenn dies von Vorteil für diejenige Mannschaft ist, gegen die eine Regelübertretung begangen wurde, und den ursprünglichen Verstoß zu bestrafen, wenn der erwartete Vorteil nicht unmittelbar eintritt.
- von allen Ereignissen, die vor, während und nach dem Spiel passieren Kenntnis zu nehmen.
- die Funktionen des Zeitnehmers in den Fällen zu übernehmen, wenn ein solcher Offizieller nicht zur Verfügung steht.
- die unumschränkte Handlungsfreiheit/Ermessensfreiheit, das Spiel wegen eines Regelverstoßes zu stoppen und es zeitweilig zu unterbrechen oder endgültig abzubrechen, wenn es aufgrund der Wetterbedingungen, des Verhaltens der Zuschauer oder eines anderen Grundes nötig erscheint. In einem solchen Fall, muss ein detaillierter Bericht über die Tatsachen bei dem zuständigen Verband innerhalb der Fristen und in der Art und Weise, wie es die IBSA-Regeln vorschreiben, vorgelegt werden.
- von dem Augenblick an, wo sie das Spielfeld betreten, jeden Spieler, der sich eines unangemessenen oder unkorrekten Verhaltens schuldig gemacht hat, zu verwarnen und den Spieler des Platzes zu verweisen, falls sich dieses Verhalten wiederholt. In einem solchen Fall hat der Hauptschiedsrichter, den Namen des Zuwiderhandelnden dem zuständigen Verband innerhalb der Fristen und in der Art und Weise, wie es die IBSA Regeln vorschreiben, zu melden.
- außer den Spielern und dem Schiedsrichter-Assistenten niemandem zu gestatten, das Spielfeld ohne ihre Genehmigung zu betreten.
- das Spiel zu unterbrechen, wenn sie einen Spieler für ernsthaft verletzt halten, und zu veranlassen, dass er so schnell wie möglich vom Spielfeld gebracht wird, um anschließend das Spiel sofort wieder fortzusetzen. Wenn ein Spieler nur leicht verletzt ist, darf das Spiel nicht gestoppt werden, bis der Ball aus dem Spiel ist. Jeder Spieler, der die Torlinie oder Seitenlinie von sich aus erreichen kann, darf nicht im Spielfeld behandelt werden.
- jeden Spieler des Feldes zu verweisen, der sich ihrer Meinung nach eines gewaltsamen Verhaltens, groben oder unangemessenen Spiels oder ausfallenden oder unverschämten Benehmens schuldig gemacht hat.
- das Zeichen zu geben, das Spiel nach jeder Unterbrechung wieder aufzunehmen.
- zu entscheiden, ob der für das Spiel zur Verfügung stehende Ball den Anforderungen der Regel II entspricht.
- Der Hauptschiedsrichter muss den Zeitnehmertisch in einer bestimmten und deutlichen Weise ansprechen, um die Ereignisse während des Spiels mitzuteilen, so dass sich die Spieler dieser voll bewusst werden und so durch die Lautsprecheranlage, die neben dem Zeitnehmer auf dem Kontrolltisch aufgestellt wurde, geleitet werden.
- Der Hauptschiedsrichter muss sowohl vor als auch während des Spiels den korrekten Sitz der Augenpflaster und der Augenbinden überprüfen.
- Der Hauptschiedsrichter muss die Einhaltung der Regel IV, (5) für jeden Spieler, der das Spielfeld betritt sowohl bei Spielbeginn als auch bei den Auswechslungen und Ersetzungen überwachen. - Der Hauptschiedsrichter und/oder sein Assistent müssen die Bereiche überprüfen, die für die Rufer - wie in den Regeln aufgeführt - reserviert und durch imaginäre Linien in 3 Sektoren unterteilt sind.
Defensives Drittel (Torwart)
Zentrales Drittel (Trainer)
Offensives Drittel (Rufer)
6. Der Schiedsrichter-Assistent
Es darf ein Schiedsrichter-Assistent bestimmt werden, der sich auf der Gegenseite des Hauptschiedsrichters bewegen soll. Der Schiedsrichter-Assistent hat die gleichen Befugnisse wie der Hauptschiedsrichter,, insbesondere:
Der Schiedsrichter-Assistent muss alle FIFA-Futsalregeln und die IBSA-Anpassungen befolgen. Zusätzlich ist er verpflichtet, mit Hilfe des Lautsprechers für Ruhe im Publikum zu sorgen, damit die Partie korrekt und sicher gespielt werden kann.
Falls das Spiel ohne einen Zeitnehmer gespielt wird, soll er mit der Überwachung der Einhaltung der Fünfminutenstrafen nach Ausschluss eines Spielers betraut werden.
Der Schiedsrichter-Assistent soll die Bereiche überprüfen, die für die Rufer reserviert sind
Er hat die Auszeiten zu überwachen.
Bei ungehöriger Einmischung seitens des Schiedsrichter-Assistenten, hat ihn der Hauptschiedsrichter seines Amtes zu entheben und alles Notwendige für seine Auswechslung zu veranlassen. Ein solcher Fall ist dem zuständigen Verband zu melden.
Bei internationalen Wettbewerben ist der Einsatz eines Schiedsrichter-Assistenten obligatorisch.
7. Der Zeitnehmer, dritter Schiedsrichter und Ansagesystem
Der Zeitnehmer
Es darf ein Zeitnehmer ernannt werden, der außerhalb des Spielfeldes auf der gleichen Seite wie die Auswechselzone an der Mittellinie positioniert sein soll. Der Zeitnehmer muss alle FIFA-Futsalregeln und die IBSA-Anpassungen befolgen. Zusätzlich ist er verpflichtet, mit Hilfe der Lautsprecheranlage für Ruhe im Publikum zu sorgen, damit die Partie korrekt und sicher gespielt werden kann.
Der Zeitnehmer soll eine angemessene Stoppuhr und die notwendige Ausrüstung erhalten, um die Kumulierung der Fouls zu überprüfen. Diese soll durch den Verband oder den Club, auf dessen Spielfeld das Spiel stattfindet, gestellt werden.
Seine Aufgabe soll sein:
- dafür zu sorgen, dass die Dauer des Spiels den Bestimmungen von Regel VIII entspricht. Zu diesem Zweck hat er: die Stoppuhr beim Anstoß zu starten und diese nur im Falle einer vom Schiedsrichter geforderten Unterbrechung wegen Auszeiten, medizinischer Versorgung oder Auswechslungen anzuhalten. - In den letzten zwei Minuten jeder Halbzeit hält der Zeitnehmer die Uhr in folgenden Fällen an: während eines Freistoßes, Einschusses, Torabstoß, Eckballs
- Überwachung der einmütigen Auszeiten
- Überwachung der Einhaltung der Fünfminutenstrafe bei Spielausschlüssen
- durch Benutzen einer Pfeife oder eines anderen akustischen Signals, das sich von dem des Schiedsrichters unterscheiden muss, das Ende der ersten Halbzeit, das Spielende oder das Ende der Nachspielzeit anzuzeigen.
- Buch zu führen über die Auszeiten, die für jede Mannschaft verbleiben und die Schiedsrichter und die Mannschaft darüber zu informieren, die Bewilligung einer Auszeit anzuzeigen, wenn ein Trainer einer der Mannschaften eine Auszeit beantragt. (Regel 8).
- Buch zu führen über die ersten drei Fouls, die durch die Schiedsrichter für jede Mannschaft in jeder Halbzeit registriert wurden und über die ersten fünf Fouls jedes Spielers, die durch die Schiedsrichter während des gesamten Spiels registriert wurden und den Spieler, der sein viertes Foul begeht, rechtzeitig ordnungsgemäß zu warnen.
- buch zu führen über Spielunterbrechungen und deren Gründe, die Nummern der Torschützen, verwarnter oder des Feldes verwiesener Spieler zu notieren und sonstige sachdienliche Informationen zum Spielverlauf weiterzugeben.
- Bei ungehöriger Einmischung seitens des Zeitnehmers, hat ihn der Hauptschiedsrichter seines Amtes zu entheben und alles Notwendige für seine Auswechslung zu veranlassen. Ein solcher Fall ist dem zuständigen Verband zu melden.
Der dritte Schiedsrichter
Ein dritter Schiedsrichter soll:
- den Hauptschiedsrichter oder zweiten Schiedsrichter ersetzen, wenn einer von ihnen die Leitung des Spiels nicht weiterführen kann
- bei Auswechslungen assistieren
- die Ausstattung eingewechselter Spieler kontrollieren über deren Zulassung zum Betreten des Spielfeldes entscheiden
- die anderen Schiedsrichter über Unregelmäßigkeiten auf den Ersatzbänken informieren
Bei ungehöriger Einmischung seitens des dritten Schiedsrichters, hat ihn der Hauptschiedsrichter seines Amtes zu entheben und alles Notwendige für seine Auswechslung zu veranlassen. Ein solcher Fall ist dem zuständigen Verband zu melden.
Das öffentliche Ansagesystem
- Es soll über dem Zeitnehmertisch angebracht sein.
- Es wird zur Anzeige von Spielunterbrechungen und allen Vorfällen, wie Fouls, Auswechslungen, Auszeiten und jeglicher anderer Vorfälle auch während Unterbrechungen und der Halbzeitpause verwendet.
- Der Sprecher muss das Lautsprechersystem zur Durchsage solcher Vorfälle verwenden.
- Es wird genutzt um die Zuschauer ggf. zur Ruhe zu bitten.
- Bei internationalen Spielen ist der Einsatz eines dritten Schiedsrichters, eines Zeitnehmers und eines öffentlichen Ansagesystems obligatorisch.
8. Dauer des Spiels
Halbzeiten
Das Spiel besteht aus zwei Halbzeiten von je 25 Minuten Dauer, die mit einer Stoppuhr gemessen werden. Die Zeitmessung liegt in der Verantwortlichkeit des Zeitnehmers, dessen Pflichten in Regel VII festgehalten sind. Die Dauer jeder Spielzeithälfte ist zu verlängern, um einen Strafstoß oder 8-Meter-Freistoß auszuführen.
Auszeiten
Die Mannschaften haben die Möglichkeit, um eine Auszeit von einer Minute pro Halbzeit zu ersuchen. Dabei müssen folgende Bestimmungen beachtet werden:
- Die Trainer der Mannschaften sind berechtigt, den Zeitnehmer um eine Auszeit von einer Minute zu ersuchen.
- Der Zeitnehmer wird eine Auszeit zugestehen, wenn der Ball aus dem Spiel ist, indem er eine Pfeife oder ein anderes akustisches Signal benutzt, welches sich von dem des Schiedsrichters unterscheidet.
- Sobald die Auszeit gewährt wurde, versammeln sich alle Spieler in der Mitte des Spielfeldes. Wenn sie Anweisungen von einem Mannschaftsbetreuer wünschen, dürfen sie diese nur an der Seitenlinie in Höhe ihrer eigenen Spielerbank entgegennehmen. Es ist den Spielern untersagt, dabei das Spielfeld zu verlassen. Ebenso ist es der Person, die die Anweisungen erteilt, nicht gestattet, das Spielfeld zu betreten.
- Macht eine Mannschaft von der ihr zustehenden Auszeit in der ersten Halbzeit keinen Gebrauch, kann diese nicht auf die zweite übertragen werden.
- Wenn die Vorschriften eines Wettbewerbs eine Nachspielzeit im Falle eines Unentschieden vorsehen, so gibt es in dieser Zeit keine Auszeit. Nur die Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit keine Auszeit genommen hat, kann diese auch in der Verlängerung nehmen.
Halbzeitpause
Die Halbzeitpause darf 10 Minuten nicht überschreiten.
Sollte kein Zeitnehmer zur Verfügung stehen, hat der Schiedsrichter-Assistent oder Schiedsrichter seine Funktion einzunehmen (Regel 8.2).
9. Start und Fortsetzung des Spiels
Vorbereitungen
Zu Beginn des Spiels (Anstoß) wird die Wahl der Seiten und des Anstoßes durch den Wurf einer Münze entschieden. Die Mannschaft, die beim Münzwurf gewinnt, wählt die Seite aus. Die andere Mannschaft hat den Anstoß. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft den ANstoß, die beim Münzwurf gewonnen hat.
Die Ersatzbank jeder Mannschaft steht dem jeweils eigenen Tor am nächsten.
In der zweiten Halbzeit werden die Seiten gewechselt.
Anstoß
Der Anstoß ist die Art und Weise zum Beginn oder Fortsetzen des Spiels:
- Am Anfang des Spiels
- nach einem Tor
- am Anfang der Zweiten Halbzeit
- am Anfang einer Verlängerungszeit
Ein Tor kann auch direkt mit dem Anstoß erzielt werden.
Auf ein Zeichen des Schiedsrichters beginnt das Spiel mit einem Anstoß, das heißt mit einem Stoß mit dem Fuß gegen einen auf dem Anstoßpunkt ruhenden Ball in Richtung der gegnerischen Seite. Alle Spieler müssen sich in ihrer eigenen Hälfte aufhalten und die Gegenspieler der anstoßenden Mannschaft müssen außerhalb des 3-Meter-Kreises in der Mitte des Spielfeldes bleiben, bis der Ball im Spiel ist. Der Ball wird erst als im Spiel befindlich betrachtet, wenn er geschossen ist und sich vorwärts bewegt.
Der ausführende Spieler darf den Ball nicht ein zweites Mal spielen, bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt oder berührt worden ist.
Nach einem Tor wird das Spiel wie oben beschrieben wieder aufgenommen. Der Anstoß wird dann von einem Gegenspieler der Mannschaft, die das Tor erzielt hat, ausgeführt.
Strafbestimmungen
Im Falle eines Verstoßes gegen die Punkte 1,2, und 3 dieser Regel, ist der Anstoß zu wiederholen, ausgenommen der Spieler, der den Anstoß ausgeführt hat, spielt den Ball ein zweites Mal bevor dieser von einem anderen Spieler berührt oder gespielt wurde. In diesem Fall muss der gegnerischen Mannschaft ein indirekter Freistoß an der Stelle gewährt werden, wo der Verstoß begangen wurde. Ausnahme: Wurde der Verstoß innerhalb des Strafraums der gegnerischen Mannschaft begangen, wird in diesem Fall der Freistoß von dem Punkt auf der 6-Meter-Linie ausgeführt, welcher der Stelle des Regelverstoßes am nächsten liegt.
Spielfortsetzung nach Unterbrechungen
Wenn das Spiel aus Gründen, die nicht in den Spielregeln aufgeführt sind, zeitweilig unterbrochen werden musste, und der Ball nicht unmittelbar vor der Unterbrechung die Seiten- oder Torlinie überquert hat, ist das Spiel dadurch wieder aufzunehmen, dass einer der Schiedsrichter einen Ball auf den Punkt fallen lässt, wo sich der Ball vor der Unterbrechung befand. Ausgenommen sind dabei die Fälle, in denen sich der Ball im Strafraum befand, da dann wird der "Schiedsrichterball" auf dem Punkt der 6-Meter-Linie ausgeführt werden muss, welcher der Stelle am nächsten liegt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand.
Der Ball befindet sich von dem Moment an im Spiel, an dem er den Boden berührt.
Der Schiedsrichterball wird wiederholt, wenn der Ball nachdem er den Boden berührt hat, die Seiten- oder Torlinien überquert, ohne vorher von einem Spieler berührt worden zu sein. Wird der Ball von einem Spieler berührt, bevor er auf dem Boden auftraf, wird der Schiedsrichterball ebenfalls wiederholt.
10. Ball in oder aus dem Spiel
Ball aus dem Spiel
Der Ball ist aus dem Spiel, wenn:
- er entweder auf dem Boden oder in der Luft eine Tor- oder Seitenlinie vollständig überquert hat.
- das Spiel durch einen der Schiedsrichter unterbrochen wurde.
- Der Ball die Hallendecke berührt hat. In diesem Fall erfolgt ein Einschuss durch die Mannschaft, die zuletzt nicht im Ballbesitz war.
Ball im Spiel
Der Ball ist in allen anderen Fällen vom Spielanfang bis zum Spielende im Spiel, auch:
- wenn er von einem der Torpfosten oder der Querlatte ins Spielfeld zurückprallt.
- wenn er vom Schiedsrichter oder dem Schiedsrichter-Assistenten zurückprallt, wenn sich diese innerhalb des Spielfeldes befinden.
- Wenn er von der Bande auf das Feld zurückprallt
11. Wie ein Tor erzielt wird
Abgesehen von den Ausnahmen, die in diesen Regeln erläutert werden, wird ein Tor gültig erzielt, wenn der Ball die Torlinie zwischen den Torpfosten und unterhalb der Querlatte vollständig überquert hat, solange er nicht getragen, geworfen oder absichtlich mit der Hand oder dem Arm eines Spielers der angreifenden Mannschaft geschlagen wurde. Die Mannschaft, die während des Spiels die meisten Tore erzielt, hat gewonnen. Wenn keine Tore erzielt wurden oder beide Mannschaften die gleiche Anzahl von Toren erzielt haben, gilt das Spiel als unentschieden.
Für einzelne Turniere können Verfahren entschieden werden, auch bei Gleichstand einen Gewinner zu ermitteln, z. B. durch Verlängerung o. ä.
12. Fouls und Verstöße
Ein Spieler ist zu disqualifizieren, wenn er im Laufe des Spiels fünf persönliche Fouls begeht. Er muss das Spielfeld verlassen und darf direkt durch einen anderen Spieler ersetzt werden. Er selbst darf aber nicht wieder auf das Spielfeld zurückkehren.
Die folgenden Handlungen eines Spielers werden mit einem direkten Freistoß der gegnerischen Mannschaft bestraft:
- Einen Gegner treten oder versuchen, ihn zu treten.
- Den Gegner zu Fall bringen oder es zu versuchen unter Einsatz beider Beine, entweder von vorn oder von hinten.
- Einen Gegner absichtlich mit Armen oder Beinen stoßen oder schlagen.
- Einen Gegner absichtlich, gewaltsam oder gefährlich sperren.
- Mit beiden Füßen zum Ball gehen.
- nicht deutlich und hörbar das Wort "voy" sagen, wenn man sich bewegt, um den Ball zu suchen oder um ihn zu erkämpfen
siehe hierzu Erläuterung
- mit gesenktem Kopf den Ball spielen, suchen oder um ihn kämpfen
- Einen Gegenspieler festhalten
- Einen Gegner schieben, der gerade den Ball spielt oder spielen will. Dies gilt nicht für den Torwart in seinem Torraum (außer bei besonders rücksichtslosem oder gewalttätigem Verhalten).
- Den Ball mit der Hand kontrollieren, stoppen oder abfälschen. Dieses gilt nicht für den Torwart in seinem eigenen Torraum.
- Worte sagen oder Geräusche machen, um andere Spieler zu irritieren oder ihre Orientierung zu stören.
- stören der Ruhe während des Spiels.
- Angriffe, die eine Verwarnung (Gelbe Karte) oder den Ausschluss eines Spielers (Rote Karte) zur Folge haben.
Direkte Freistöße werden von dem Punkt ausgeführt, wo das Foul geschah.
Strafstoß
Ein Strafstoß wird gegen eine Mannschaft verhängt, wenn sie eine der o.g. Regelwidrigkeiten im eigenen Strafraum begeht, während der Ball im Spiel ist, aber unabhängig davon, wo sich der Ball gerade befindet.
Das Eingreifen des Torwarts in das Spiel außerhalb des Torwartraums wird mit einem Strafstoß bestraft.
siehe hierzu Erläuterung
Persönliche Fouls
Ein indirekter Freistoß ist bei den folgenden Regelverstößen zu gewähren:
- Der Torwart darf den Ball, nachdem er ihn abgegeben hat, nicht wieder von einem Spieler seiner Mannschaft annehmen, ehe er die Mittellinie passiert hat oder von einem gegnerischen Spieler gespielt wurde.
siehe hierzu Erläuterung
- Der Torwart darf den Ball nicht länger als vier Sekunden mit Händen oder Füßen spielen.
- Der Torwart darf den Ball nicht unmittelbar nach einem Einwurf durch einen Spieler seiner Mannschaft mit der Hand spielen oder berühren.
Ein indirekter Freistoß ist von der Stelle aus zu gewähren, wo einer der folgenden Regelverstöße geschah:
- bei gefährdender Spielweise
- wenn ein Spieler den Torwart daran hindert, den Ball mit den Händen abzugeben.
- wenn ein Spieler sich beim Spiel mit dem Ball oder Kampf um den Ball an den Banden festhält.
- den Ball mit beiden Füßen zurückhalten, wenn er gespielt werden könnte.
Der Ballbesitz ist der benachteiligten Mannschaft durch einen indirekten Freistoß von dem Punkt zu gewähren, wo der Verstoß stattgefunden hat. Wenn sich der Punkt in dem Strafraum der Mannschaft befindet, die den Verstoß begangen hat, wird der indirekte Freistoß vom Strafraumrand ausgeführt, so nah wie möglich an der Stelle, wo das Foul stattgefunden hat.
Wenn der Torwart den Ball so abgibt, dass er in der eigenen Hälfte nicht den Boden berührt, ist der gegnerischen Mannschaft der Ballbesitz durch einen indirekten Freistoß auf einem beliebigen Punkt auf der Mittellinie zu gewähren.
Disziplinarische Strafen
Gelbe Karte
Bei folgenden Verstößen ist die Gelbe Karte zu zeigen:
- unsportliches Verhalten
- mit Worten oder Taten Widerspruch äußern
- wiederholte Regelverstöße
- verzögern der Spielfortsetzung (nach einer Unterbrechung)
- Nichteinhalten der vorgeschriebenen Distanz bei Eckbällen, Einschüssen, Freistößen, Torabstößen, - betreten oder wiederbetreten des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters oder Nichteinhalten der Regeln beim Auswechselvorgang
Bei den o.g. Verstößen ist außerdem ein indirekter Freistoß von dem Punkt zu gewähren, wo der Verstoß geschah, bzw. bei Verstößen im Strafraum vom Rand des Strafraums, der dem Punkt am nächsten ist, wo sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung befand.
Rote Karte
Ein Spieler ist des Feldes zu verweisen (Rote Karte) bei folgenden Verstößen:
- bei ernsthaftem Foulspiel
- bei gewalttätigem Verhalten
- beim Anspucken eines Gegners oder einer anderen Person
- bei Verhinderung eines gegnerischen Tors oder Verhinderung einer offensichtlichen Tormöglichkeit - durch Handspiel (außer dem Torwart in seinem eigenen Torraum
- wenn ein Spieler auf das gegnerische Tor zuläuft, mit einer klaren Möglichkeit ein Tor zu erzielen und er absichtlich von einem Gegner durch unzulässige Mittel daran gehindert wird, d.h. durch ein Foul, welches durch einen Freistoß (oder Strafstoß) zu ahnden ist
- beim Gebrauch beleidigender Sprache
- bei der zweiten Gelben Karte im selben Spiel
Bei den o.g. Verstößen ist außerdem ein indirekter Freistoß von dem Punkt zu gewähren, wo der Verstoß geschah, bzw. bei Verstößen im Strafraum vom Rand des Strafraums an der Stelle, die dem Punkt am nächsten ist, wo sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung befand.
Im Falle eines Verweises, darf der betroffene Spieler nicht mehr in das laufende Spiel zurückkehren und auch nicht auf der Auswechselbank Platz nehmen. Seine Mannschaft darf fünf Minuten nach dem Verweis vervollständigt werden, außer wenn vor Ablauf der fünf Minuten ein Tor erzielt wird. In diesem Fall muss das Folgende berücksichtigt werden:
- Wenn 5 gegen 4 spielen und die zahlenmäßig überlegene Mannschaft erzielt ein Tor, darf die Mannschaft mit 4 Spielern ihre Mannschaft vervollständigen.
- Wenn beide Mannschaften mit 4 Spielern spielen und ein Tor erzielt wird, dürfen beide Mannschaften ihre Mannschaft vervollständigen.
- Wenn 5 gegen 3 oder 4 gegen 3 spielen und die zahlenmäßig überlegene Mannschaft erzielt ein Tor, darf die Mannschaft mit den 3 Spielern nur um einen weiteren Spieler ergänzt werden.
- Wenn beide Mannschaften mit 3 Spielern spielen und ein Tor erzielt wird, darf jede Mannschaft jeweils einen Spieler ergänzen.
- Wenn die zahlenmäßig unterlegene Mannschaft ein Tor erzielt, ist das Spiel ohne eine Änderung der Anzahl der Spieler fortzusetzen.
Die Überwachung des Zeitraums von fünf Minuten übernimmt der Zeitnehmer oder für den Fall, dass das Spiel ohne einen Zeitnehmer gespielt wird, der Schiedsrichter-Assistent. Der Spieler, der den des Feldes verwiesenden Spieler ersetzt, muss die Erlaubnis des Schiedsrichters erhalten und darf nur auf das Spielfeld kommen, wenn der Ball nicht im Spiel ist.
Verstöße von "Offiziellen", Rufern, Trainern oder Auswechselspielern
Ein indirekter Freistoß ist zu gewähren und ein kumuliertes Foul zu werten, wenn ein Offizieller, Rufer, Trainer oder Auswechselspieler eines Teams einen der folgenden Verstöße begeht:
- nicht einhalten der vorgesehenen Areale, der Trainer und Rufer
siehe hierzu Erläuterung
- Ständiges Widersprechen durch Worte und Handlungen
- Lärm machen
- unverantwortliches Verhalten
13. Freistöße
Freistöße können direkt oder indirekt sein. Bei beiden muss der Ball vor der Ausführung still liegen. Der Ausführende Spieler darf nach dem Freistoß den Ball erst wieder berühren, wenn dieser vorher einen anderen Spieler berührt hat.
Direkter Freistoß:
- Wenn der Ausführende einen direkten Freistoß direkt in das gegnerische Tor schießt, wird ein Tor gewertet.
Indirekter Freistoß:
- Ein Tor wird nur gewertet, wenn der Ball nach dem Schuss durch den Ausführenden einen weiteren Spieler seines Teams berührt.
Positionen bei Freistößen:
- Wenn ein Spieler einen Freistoß ausführt, müssen alle Spieler der gegnerischen Mannschaft mindestens 5 m vom Ball entfernt sein, bis der Ball im Spiel ist. Der Ball wird erst dann als im Spiel befindlich betrachtet, wenn er geschossen wurde und sich bewegt.
Strafbestimmungen:
- Wenn sich ein Spieler der gegnerischen Mannschaft dem Ball mit einem Abstand von weniger als 5 m nähert, bevor der Freistoß ausgeführt wurde, wird der Freistoß wiederholt.
- Bei der Ausführung jedes Freistoßes muss der Ball ruhig am Boden liegen, und der den Freistoß ausführende Spieler darf den Ball erst wieder spielen, nachdem ein anderer Spieler den Ball berührt oder gespielt hat. Berührt er ihn vorher, bekommt die gegnerische Mannschaft einen indirekten Freistoß zugesprochen an dem Punkt, wo der Verstoß geschah. Wenn der Verstoß im Strafraum geschah, wird der indirekte Freistoß von dem Punkt auf dem Strafraumrand aus ausgeführt, der dem Punkt des Verstoßes am nächsten liegt.
- Wenn die Mannschaft, die den Freistoß ausführen muss, diesen nicht innerhalb von 4 Sekunden ausführt, wird der gegnerischen Mannschaft ein indirekter Freistoß zugesprochen.
Signale:
- Ein indirekter Freistoß wird vom Schiedsrichter durch heben des Arms über den Kopf angezeigt. Dort behält der Schiedsrichter den Arm, bis der Freistoß ausgeführt ist und der Ball einen anderen Spieler berührt oder das Spiel verlassen hat.
14. Kumuliertes Foulspiel
- Als kumulierte Fouls gelten alle in Regel XII aufgelisteten Vergehen, die mit direkten Freistößen bestraft werden.
- Die ersten drei kumulierten Fouls, die jede der Mannschaften in jeder Spielzeithälfte begeht, werden im Spielbericht vermerkt.
Bei den Freistößen, die für die ersten drei kumulierten Fouls von jeder Mannschaft für jede Halbzeit einzeln gerechnet ausgesprochen werden,
- darf eine Spielermauer gebildet werden.
- alle gegnerischen Spieler müssen fünf Meter vom Ball entfernt sein
- muss direkt aufs Tor geschossen werden, mit der Absicht, ein Tor zu erzielen.
Ab dem vierten kumulierten Foul für jede Halbzeit einzeln gerechnet unabhängig davon, ob es sich um ein persönliches oder kumuliertes handelt,
- wird jeder Freistoß vom 8-Meter-Punkt aus ausgeführt
- darf vor dem Freistoß keine Abwehrmauer gebildet werden.
- muss der ausführende Spieler ordnungsgemäß identifiziert sein.
- muss der gegnerische Torwart sich innerhalb seines Torwartraums mindestens 5 m vom Ball entfernt aufhalten.
- müssen die Spieler hinter einer imaginären Linie auf Ballhöhe parallel zur Torlinie und außerhalb des Strafraums mit mindestens 5 m Entfernung zum Ball bleiben und dürfen den Freistoß ausführenden Spieler nicht behindern. Kein Spieler darf die genannte imaginäre Linie überschreiten, solange der Ball nicht gespielt oder berührt wurde.
- muss der Freistoß ausführende Spieler mit der Absicht ein Tor zu erzielen schießen und darf den Ball keinem anderen Mannschaftskameraden zuspielen.
- darf nach Ausführung des Freistoßes kein Spieler den Ball berühren bevor dieser vom Torwart berührt wurde, vom Torpfosten oder von der Querlatte abgeprallt ist oder das Spielfeld verlassen hat.
- Wenn ein Spieler einer Mannschaft, die ihr viertes Foul begangen hat, in seiner eigenen oder der gegnerischen Hälfte in einem Bereich zwischen der Mittellinie und der imaginären Linie, die parallel zur Mittellinie - 8 Meter von der Torlinie entfernt - durch die 8-Metermarke verläuft, ein Foul begeht, muss der Freistoß an der 8-Metermarke ausgeführt werden. Die Lage der 8-Metermarke ist in Regel 1 angegeben. Der Freistoß muss gemäß den Ausführungen dieser Regel Punkt 4 ausgeführt werden.
- Wenn ein Spieler einer Mannschaft, die ihr viertes Foul begangen hat, in seiner eigenen Hälfte in einem Bereich zwischen der Torlinie und der 8-Metermarke ein Foul begeht, kann das gegnerische Team entscheiden, ob der Freistoß von der 8-Metermarke ausgeführt wird oder vom Punkt, wo das Foul geschah.
- Wenn das Spiel in die Verlängerung geht, werden alle während der zweiten Halbzeit kumulierten Fouls auch in der Verlängerung mitgezählt.
- Für die Ausführung direkter Freistöße nach dem vierten kumulierten Foul muss am Ende der Halbzeiten oder der Verlängerungszeiten noch Nachspielzeit eingeräumt werden.
Strafbestimmungen
Für jeden Verstoß gegen diese Regel, der durch einen Spieler der verteidigenden Mannschaft begangen wurde,
- wird der Freistoß wiederholt, wenn kein Tor erzielt wurde
- wird er nicht wiederholt, wenn ein Tor erzielt wurde
Für jeden Verstoß gegen diese Regel, der durch einen Spieler der ausführenden Mannschaft begangen wurde,
- wird ein erzieltes Tor nicht gewertet und der Freistoß wiederholt
- wird der Freistoß nicht wiederholt, wenn kein Tor erzielt wurde
Für jeden Verstoß gegen diese Regel, der durch den ausführenden Spieler begangen wurde, nachdem der Ball im Spiel ist, wird der gegnerischen Mannschaft ein Freistoß gewährt, der von der Stelle ausgeführt wird, an der sich der Verstoß ereignet hat. Hat er sich im Strafraum ereignet, wird der indirekte Freistoß von dem Punkt auf dem Strafraumrand aus ausgeführt der dieser Stelle am nächsten ist.
15. Der Strafstoß
Ein Strafstoß wird für alle Verstöße gewährt, die mit einem direkten Freistoß bei kumulierten oder persönlichen Fouls geahndet werden, wenn der Verstoß sich im Strafraum der gegnerischen Mannschaft ereignet hat und der Ball im Spiel war. Durch einen Strafstoß kann direkt ein Tor erzielt werden. Für die Ausführung eines Strafstoßes am Ende der Halbzeiten oder der Nachspielzeiten ist Nachspielzeit einzuräumen.
Ein Strafstoß ist von der Strafstoßmarke auszuführen.
Vor Ausführung des Strafstoßes müssen alle Spieler mit Ausnahme des verteidigenden Torwarts und des Freistoß ausführenden Spielers, der ordnungsgemäß identifiziert worden ist, auf dem Spielfeld, aber außerhalb des Strafraums in einem Abstand von mindestens 5 m von der Strafstoßmarke entfernt bleiben. Der verteidigende Torwart muss auf seiner eigenen Torlinie zwischen den Torpfosten bleiben und darf seine Füße erst bewegen, wenn der Ball im Spiel ist.
Der ausführende Spieler muss den Ball mit dem Fuß nach vorne stoßen und darf den Ball erst wieder spielen, nachdem ein anderer Spieler den Ball berührt oder gespielt hat. Der Ball ist im Spiel, sobald er geschossen wurde und sich bewegt.
Ein Strafstoß während des laufenden Spiels oder in der für seine Ausführung oder Wiederholung verlängerten Spielzeit gilt auch dann als verwandelt, wenn der Ball, bevor er die Torlinie zwischen den Pfosten und unterhalb der Querlatte überschritten hat, einen oder beide Pfosten und/oder die Querlatte und/oder den Torwart berührt hat.
Strafbestimmungen
Für jeden Verstoß gegen diese Regel, der durch einen Spieler der verteidigenden Mannschaft begangen wurde,
- wird der Strafstoß wiederholt, wenn kein Tor erzielt wurde
- wird er nicht wiederholt, wenn ein Tor erzielt wurde
Für jeden Verstoß gegen diese Regel, der durch einen Spieler der ausführenden Mannschaft begangen wurde,
- wird ein erzieltes Tor nicht gewertet und der Freistoß wiederholt
- wird der Freistoß nicht wiederholt, wenn kein Tor erzielt wurde
Für jeden Verstoß gegen diese Regel, der durch den ausführenden Spieler begangen wurde, nachdem der Ball im Spiel ist, wird der gegnerischen Mannschaft ein Freistoß gewährt, der von der Stelle ausgeführt wird, an der sich der Verstoß ereignet hat. Hat er sich im Strafraum ereignet, wird der indirekte Freistoß von dem Punkt auf dem Strafraumrand aus ausgeführt der dieser Stelle am nächsten ist.
16. Der Einschuss
Der Einschuss (früher Einwurf) ist eine Form, das Spiel wieder zu starten. Durch einen Einschuss kann nicht direkt ein Tor erzielt werden.
Ein Einschuss wird gewährt,
- wenn der Ball die Banden (also Seitenlinien) komplett überquert oder die Hallendecke berührt,
- von exakt dem Punkt aus, wo er das Feld verlassen hat
- der gegnerischen Mannschaft des Spielers, der den ball zuletzt berührte
Der Ball
- muss ruhig und höchstens 1 m von der Bande entfernt liegen.
- darf in eine beliebige Richtung geschossen werden
- Die Spieler der verteidigenden Mannschaft müssen mindestens 5 m vom Ball entfernt sein.
Vorgehen:
- Der ausführende Spieler muss den Einschuss innerhalb von 4 Sekunden nach der entsprechenden Anweisung des Schiedsrichters ausführen.
- Der ausführende Spieler darf den Ball nicht wieder berühren, ehe er von einem anderen Spieler berührt wurde.
- Der Ball ist im Spiel, sobald er gespielt oder berührt wurde.
Strafbestimmungen
Ein indirekter Freistoß ist der gegnerischen Mannschaft zu gewähren, wenn der Spieler, der den Einschuss ausführt, den Ball erneut spielt, bevor dieser von einem anderen Spieler berührt wurde. Der indirekte Freistoß ist von dem Punkt zu gewähren, wo der Verstoß geschah. Geschah er im Strafraum, so ist der indirekte Freistoß von dem Punkt auf dem Strafraumrand auszuführen, der der Stelle am nächsten ist, wo sich der Ball zum Zeitpunkt des Verstoßes befand.
Der Einschuss wird von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft wiederholt,
- wenn er nicht korrekt ausgeführt wurde
- wenn er von einer anderen Stelle ausgeführt wurde als dem Ort, wo der Ball über die Bande gegangen ist
- wenn ein Einschuss nicht innerhalb von 4 Sekunden nach Ballbesitz des Spielers ausgeführt wurde
- wenn ein anderer Verstoß geschah
17. Der Torabwurf
Der Torabwurf ist eine Methode, das Spiel wieder zu starten. Er wird vom Torwart innerhalb seines Torwartraums ausgeführt. Durch einen Torabwurf kann nicht direkt ein Tor erzielt werden.
Ein Torabwurf ist auszuführen, wenn der Ball die Torauslinie in der Luft oder auf dem Boden komplett überquert hat, ohne dass ein Tor erzielt wurde, und davor zuletzt von einem Spieler der angreifenden Mannschaft berührt wurde.
Ausführung:
- Der Ball wird vom Torwart von einem Punkt seines Torwartraums mit der Hand geworfen.
- Die gegnerischen Spieler müssen sich außerhalb des Strafraums aufhalten, bis der Ball im Spiel ist.
- Der Torwart darf den Ball nicht wieder mit der Hand spielen, ehe ein gegnerischer Spieler ihn berührt hat.
- Der Ball ist im Spiel, wenn er direkt aus dem Strafraum heraus geworfen wurde.
Wenn ein Mitspieler den Ball zum Torwart zurückgibt darf dieser ihn nur mit dem Fuß schießen. Es handelt sich dann also nicht um einen Torabwurf.
Strafbestimmungen:
- Wenn der ball nicht direkt aus dem Strafraum heraus geworfen wird, wird der Torabwurf wiederholt.
- Wenn der Torwart den Ball nicht innerhalb von vier Sekunden nachdem er ihn besitzt abwirft, wird der gegnerischen Mannschaft ein direkter Freistoß von dem Punkt auf dem Strafraumrand gewährt, der dem Verstoß am nächsten liegt.
- Wenn der Ball nach dem Abwurf erst hinter der Mittellinie den Boden berührt, wird der gegnerischen Mannschaft ein indirekter Freistoß von einem Punkt auf der Mittellinie gewährt, den die ausführende Mannschaft auswählt.
18. Der Eckstoß
Der Eckstoß ist eine Methode, das Spiel wieder zu starten. Durch einen Eckstoß kann direkt ein Tor erzielt werden, aber nur gegen die verteidigende Mannschaft.
Ein Eckstoß wird gewährt, wenn der Ball - zuletzt von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft berührt - die Torlinie auf dem Boden oder in der Luft komplett überquert, ohne dass ein Tor erzielt wird
Ausführung:
- Der Eckstoß wird von einem Punkt innerhalb des nächstgelegenen Eckraums ausgeführt.
- Die Spieler der gegnerischen Mannschaft müssen sich mindestens 5 m vom ball entfernt befinden, bis der Ball im Spiel ist.
- Der Ball wird von einem Spieler der angreifenden Mannschaft gespielt.
- Der Ball ist im Spiel, wenn er gespielt wurde und sich bewegt.
- Der ausführende Spieler darf den Ball kein zweites Mal berühren, ehe er von einem anderen Spieler berührt wurde.
Strafbestimmungen
Der gegnerischen Mannschaft ist ein indirekter Freistoß zu gewähren,
- wenn der ausführende Spieler den Ball ein zweites Mal berührt, ehe ein anderer Spieler ihn berührt hat. Der indirekte Freistoß ist von dem Punkt auszuführen, wo der Verstoß geschah.
- wenn der Eckstoß nicht innerhalb von vier Sekunden nach der Freigabe durch den Schiedsrichter ausgeführt wird. Der indirekte Freistoß ist aus dem Eckraum auszuführen.
- Bei jedem anderen Regelverstoß ist der Eckstoß zu wiederholen.
Weitere Bestimmungen
Ermittlung des Gewinners
Strafstöße (Sechsmeterschießen)
Die Ausführung von Schüssen von der Strafstoßmarke wird bei Gleichstand zur Ermittlung des Gewinners genutzt, wenn die jeweiligen Turnierregeln dies vorsehen.
Ausführung:
- Der Schiedsrichter legt das Tor fest, auf das geschossen wird.
- Er wirft eine Münze, und die Mannschaft, die beim Münzwurf gewinnt, führt den ersten Schuss aus.
- Der Schiedsrichter gibt die Schüsse jeweils vorher frei.
- Entsprechend den unten stehenden Regeln führt jede Mannschaft drei Schüsse aus.
- Die Mannschaften schießen abwechselnd.
- Die Kapitäne oder Trainer informieren den Schiedsrichter über die drei Namen und Nummern der ausführenden Spieler. Diese müssen aus den acht bei Spielbeginn gemeldeten Feldspielern sein.
- Hat eine Mannschaft bei Spielende mehr zugelassene Spieler, so soll sie ihre Spielerzahl entsprechend reduzieren und den Schiedsrichter über die nicht teilnehmenden Spieler informieren.
- Hat eine Mannschaft innerhalb der ersten drei Schüsse mehr Tore erzielt, als die andere noch erreichen kann, werden keine weiteren Schüsse mehr ausgeführt.
- Ist nach den drei Schüssen pro Mannschaft immer noch Gleichstand, so wird weiter abwechselnd geschossen, bis eine Mannschaft bei gleicher Anzahl von Schüssen ein Tor mehr hat.
- Die zusätzlichen Schüsse werden von anderen als den drei ersten Schützen ausgeführt. Wenn jeder Spieler einmal geschossen hat, wird in derselben Reihenfolge von vorn begonnen.
- Spieler, die während des Spiels disqualifiziert wurden, dürfen keine Schüsse ausführen.
- Die Torwarte dürfen für die Schüsse nicht ausgewechselt werden, außer aufgrund von Verletzungen, die durch den Schiedsrichter festgestellt und vom Turnier- oder Teamarzt bzw. bei dessen Abwesenheit vom Physiotherapeuten bestätigt worden sind.
- Alle Spieler und Rufer bleiben während der Schüsse auf dem Spielfeld in der Hälfte, die dem Tor gegenüberliegt, auf das geschossen wird. Dies wird durch den zweiten Schiedsrichter kontrolliert.
- Der gerade nicht aktive Torwart und der nicht aktive Rufer halten sich auf dem Spielfeld hinter dem Strafstoßpunkt und in der Nähe der Seitenlinien auf.
Anhang I - Allgemeine Erwägungen der IBSA und die Anpassung der FIFA-Regeln
Alle Internationalen Meisterschaften müssen von der IBSA beaufsichtigt und genehmigt werden.
1 Betrieb der Lautsprecher und der Tonanlage
1.1 Die Anlage muss in der Nähe des Kontrolltisches aufgestellt sein und dient der ständigen Information über alle Spielunterbrechungen, Vorfälle, Situationen oder Änderungen, die während des Spiels stattfinden, genauso wie der Bekanntgabe der Entscheidungen der Schiedsrichter und alles andere, was den Verlauf des Spiels betrifft.
1.2 Die Anlage soll die Möglichkeit bieten, das Publikum auf Geheiß der Schiedsrichter um Ruhe zu bitten.
2 Das Spielfeld
Alle Spielfelder müssen eine Sicherheitszone von nicht weniger als 3 Metern Breite direkt um die vier Seiten des Spielfeldes herum haben. Es dürfen hier keine baulichen oder strukturellen Hindernisse im Weg sein. Wo der Abstand geringer als vorgeschrieben ist, müssen die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, um die Spieler zu schützen.
3 Die Aufgaben der Rufer
Die Aufgaben der Rufer müssen in einer diskreten und verantwortungsvollen Art und Weise ausgeführt werden, ohne dass sie sich negativ auf die Leistung der Spieler auswirken.
3.1 Der Trainer soll auf der Auswechselbank seiner Mannschaft Platz nehmen. Von dieser Position aus kann er seinen Spielern Weisungen geben. Der für diesen Zweck vorgesehene - am besten geeignete - Bereich ist das Zentrale Drittel des Spielfeldes.
3.2 Der Rufer hinter dem Tor soll hinter dem gegnerischen Tor bleiben, um die angreifenden Spieler seiner Mannschaft zu leiten. Der für diesen Zweck vorgesehene - am besten geeignete - Bereich ist das letzte Drittel des Spielfeldes entsprechend dem Tor, welches sie angreifen. Er muss immer seine Aufgabe erfüllen, ohne das Spielfeld zu betreten und ist unter keinen Umständen ermächtigt, den Schiedsrichter anzusprechen, um gegen seine Entscheidungen zu protestieren. Er darf in einer hörbaren Weise die Position der Torpfosten vor einem Schuss angeben, wenn der Ball ruht.
3.3 Der Torwart soll seine Mannschaft in dem ersten Drittel des Spielfeldes, welches seiner Abwehr entspricht, leiten. Nach Belieben der Schiedsrichter darf er wann immer der Ball ruht, seine Kollegen führen und orientieren, wenn Freistöße, Strafstöße oder Doppelstrafstöße ausgeführt werden, genauso wie die Mauer organisieren und die Spieler positionieren, wenn ein Schuss auf sein Tor ausgeführt wird. Seine Aufgaben beschränken sich aber nur auf sein (defensives) Drittel.
4 Die Schiedsrichter
Die Hauptaufgabe der Schiedsrichter ist, den teilnehmenden Mannschaften die Möglichkeit zu geben, einen ansehnlichen Blindenfußball zu spielen und von den Spielern die Beachtung der Regeln zu verlangen.
Die für offizielle IBSA-Turniere und die Regelauslegung zuständigen Schiedsrichter müssen der Gruppe der internationalen IBSA-Schiedsrichter angehören.
5 Bestrafungen
Der Gebrauch von besonderen Karten - Gelb (Verwarnung) und Rot (Platzverweis) - hat sich als eine unbestreitbar wirksame Präventivmaßnahme auf den Sportplätzen erwiesen, basierend auf der Voraussetzung individuelle Gewalttätigkeit und Gewalttätigkeit im Team zu verhindern.
Urheberrecht:
Der Übersetzung liegen die offiziellen Regeln der IBSA in spanischer und englischer Sprache zu Grunde, sowie eine deutsche Übersetzung von Silke Schetter der vorher geltenden Regelfassung.
Die Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Regeln ohne Erlaubnis des Übersetzers ist nicht gestattet.
Reiner Delgado (Übersetzer)
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