Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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Lehrbuch für Blindenfußball

von Moritz Klotz

Vorbemerkung

dieses Buch wurde im Rahmen des DBSV-Blindenfußballprojektes mit Förderung dcer aktion Mensch erstellt. es richtet sich sowohl an neue als auch erfahrene Spielerinnen und Spieler ebenso wie an Trainer und Guides. Neben den Spezialfragen zum Blindenfußball selbst werden allgemeine Sportwissenschaftliche Grundlagen dargestellt, die für Erfolg im Blindenfußball wichtig sind.

Inhalt

Umfeld

Unter dem Umfeld sind der Aufbau eines Spielfelds, die Besonderheiten der Trainings- und Spielstätten und das Material speziell für den Blindenfußball zusammengefasst.

Orientierung und Mobilisation

Orientierung und Mobilisation sind auf dem Spielfeld genauso wichtig wie außerhalb des Spielfelds. Deswegen muss die Spielstätte zunächst kennen gelernt werden. Markante Punkte im Feld werden mit dem Guide abgelaufen, um sich einen Eindruck der Dimensionen zu machen und Besonderheiten der Spielstätte zu erfahren. Zum Beispiel ist nicht jedes Feld gleich lang und breit. Der Bodenbelag kann differieren (Rasen, Kunstrasen, Tartan, Holzdielen, PVC etc.). Auch können die Banden unterschiedlich in Material und Neigung sein. Der Auslauf hinter der Grundlinie kann ebenfalls unterschiedlich sein. So ist in der Halle oft schon nach wenigen Metern die Wand da. Teilweise steht dort auch noch eine Bank oder eine Sprossenwand. Das Spielfeld wird von einer Ecke beginnend einmal umrundet. Dabei werden die Torpfosten und die Querlatte durch Klopfen gezeigt, es wird angesagt, wann die Mittellinie passiert wird und was sich um das Spielfeld herum befindet (Auslauf hinter der Grundlinie, mögliche ständige Geräuschquellen wie eine nahe Straße usw.). Übungen zur Verbesserung der Orientierung auf der Spielstätte sind im Übungskatalog aufgeführt.

Auf- und Abwärmung

Bei der Auf- und Abwärmung werden zunächst verschiedene Punkte zur Erwärmung und Vorbereitung einer sportlichen Leistung aufgelistet. Des Weiteren werden auch Punkte dargestellt, die den Ausklang einer sportlichen Leistung bilden. Konkret unterteilt man hier in Aufwärmung, Abwärmung, Laufschule, Dehnung und Gymnastik.

konditionelle Fähigkeiten

Die konditionellen Fähigkeiten stellen einen wesentlichen Faktor bei der Beeinflussung der sportlichen Leistung dar. Im Blindenfußball stellen sie das Grundgerüst, auf deren Grundlage sich eine gute Leistung aufbauen kann. Die konditionellen Fähigkeiten sind die Kraft, die Ausdauer, die Schnelligkeit und die Flexibilität. Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit sind davon am Wichtigsten im Blindenfußball und werden hier genauer betrachtet.

koordinative Fähigkeiten

Im sportlichen Bereich ist die Koordination definiert als das Zusammenwirken von Zentralnervensystem und Muskulatur innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes (HOLLMANN/HETTINGER). Man unterscheidet zwischen der intramuskulären Koordination, bei dem das Zusammenwirken zwischen Nerven und Muskeln innerhalb eines Muskels verstanden wird, und der intermuskulären Koordination, die sich auf das Zusammenwirken mehrerer Muskeln bezieht. Indikatoren für eine gute Koordination in Sport sind Bewegungspräzision, Bewegungsfluss, Bewegungsrhythmus und Bewegungstempo. Die koordinativen Fähigkeiten zählen neben den konditionellen Fähigkeiten zu den sportmotorischen Fähigkeiten. Die Einteilung der koordinativen Fähigkeiten ist in der Sportwissenschaft ein umstrittenes Thema. Zu der gängigsten Variante zählt die Gliederung in Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit.

Technik

Allgemein setzt sich der Faktor "Technik" für die sportliche Leistung aus den koordinativen Fähigkeiten und den Bewegungsfertigkeiten zusammen. Unter der Technik wird in diesem Lehrbuch der technisch saubere Umgang mit dem Ball gemeint; es sind also die Bewegungsfertigkeiten angesprochen. Hier beschrieben werden die Ballannahme, das Dribbling, das Passspiel, der Torschuss und die Finten.

Taktik

Wie bei allen Mannschaftssportarten ist auch beim Blindenfußball die Taktik ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Man unterscheidet in Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik. Diese werden jeweils differenziert betrachtet bei eigenem und gegnerischem Ballbesitz.

Aufgaben eines Guides

Während des Spiels haben die Guides die Aufgabe das Spiel der Mannschaft zu lenken und Informationen zur Spielsituation zu liefern. Dabei ist weniger oft mehr, da es den Spielern nicht möglich ist, eine Vielzahl von Informationen aufzunehmen. Das führt zur Reizüberflutung und der Spieler wird in seiner Konzentration beeinträchtigt. Es ist also wichtig, die nötigen Informationen dosiert und komprimiert zu platzieren. Dabei bietet es sich an, mit Schlüsselwörtern zu arbeiten. Die Arbeit des Guides im eigenen Tor (Torwart), an der Seite (Trainer) und hinter dem gegnerischen Tor (Torguide) werden hier genauer unter die Lupe genommen.

Übungskatalog

Im Übungskatalog befinden sich einige Vorschläge, mit welchen Übungen die dargelegten Fähigkeiten und Fertigkeiten trainiert werden können und in welchen Aufstellungsformen dieses Training sinnvoll ist.. Aus den jeweiligen Übungen können somit leicht ganze Trainingseinheiten zusammengestellt werden. Es ist dabei immer auf den Leistungsstand der Trainingsgruppe zu achten, sodass diese weder über- noch unterfordert ist. Beim methodischen Aufbau einer Trainingsreihe sollten ebenfalls einige Dinge beachtet werden. So sollte immer vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten und vom Einfachen zum Komplexen trainiert werden.

 

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