Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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Reaktionsfähigkeit

Die Reaktionsfähigkeit wird definiert als die Fähigkeit auf einen oder mehrere Reize aus der Umwelt möglichst schnell und zielgerichtet zu reagieren. Es wird dabei in mehrere Reaktionen unterschieden. Einfache Reaktion: In vielen Disziplinen der Leichtathletik oder beim Schwimmen wird die motorische Aktion durch ein einfaches Signal (Startschuss) ausgelöst. Dem Signal folgt ein festgelegter Bewegungsablauf. Die Signalquelle kann akustisch, optisch, taktil oder kinästhetisch erfolgen. Beim Blindenfußball kann man den Anpfiff als Signal zur Spieleröffnung werten. Beginnt man nicht schnell, hat der Gegner die Gelegenheit in den Zweikampf zu kommen. Wahlreaktion: Bei der Wahlreaktion muss sich der Sportler beim Auftreten des Signals für eine von mehreren alternativen Handlungsmöglichkeiten entscheiden. Ein Skifahrer muss sich bei einem plötzlich auftretenden Hindernis entscheiden, wie er es überquert. Beim Blindenfußball muss sich der Angreifer bei einem Zuruf des Torguides entscheiden, ob er schießt, weiterdribbelt oder abbricht. Komplexe motorische Reaktion: Treten in einer Situation nicht nur ein einziges Signal, sondern mehrere Signale auf, spricht man von einer komplexen motorischen Reaktion. Diese Form von Signalen treten häufig in Sportspielen auf. Die Signale können beispielsweise der Torguide, der Torwart, der Gegner, die Mitspieler etc. sein. Im Unterschied zur einfachen Reaktion kommt es bei der komplexen Reaktion zu einem kognitiven Prozess.

Die Reaktionsfähigkeit ist somit in den meisten Sportarten von Bedeutung, ihre Trainierbarkeit ist jedoch sehr beschränkt. Die Reaktionsfähigkeit hängt eng mit der Umstellungsfähigkeit zusammen.

Beispiel aus dem Blindenfußball: Bei einem Abwurf des Torwarts ist der Ball erst zu hören, wenn er das erste Mal auf den Boden trifft. Der Spieler muss sich nun möglichst schnell in eine Position begeben, in der er den Ball annehmen kann. Noch schwerer ist es für den ballnahen Verteidiger, da der Torwart ihn zu umspielen versucht und er damit die deutlich schwerere Ausgangslage hat.

 

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