Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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Erläuterungen und Kommentare zu den offiziellen Regeln der IBSA für Blindenfußball

In Gesprächen mit Vertretern der IBSA und anderen internationalen Blindenfußballexpertenhaben wir zahlreiche Auslegungen, Klarstellungen und Erläuterungen zu den Blindenfußballregeln bekommen, die nachfolgend aufgeführt sind.

zur Regel 1: Das Spielfeld, Abschnitt Ruferzonen

Wenn das Spielfeld 40m lang und 20 m breit ist, ergeben sich drei Ruferzonen, die jedoch nicht gleich groß sind, sondern: 10x20 m, 20x20 m und 10x20 m. (Dies ist so, auch wenn in den Regeln von drei Dritteln die Rede ist.)

Evtl. wird diese Regelung ab 2009 verändert.

zur Regel 2 (Der Ball)[448#1086)

In der Praxis findet zur Beschreibung des Balles auch die Regelung für Futsal der Sehenden anwendung:

Der Ball muss sprungreduziert sein. Lässt man den Ball aus einer Höhe von 2m auf festen, glatten Untergrund fallen, darf er 65-85 cm hoch springen.

zur Regel 12 (Fouls)

Voy rufen

Wer muss wann Voy rufen:

  • der Spieler, der auf den Ballführenden Spieler zu geht
  • In einem Zweikampf muss der angreifende Spieler (der den Ball nicht hat) immer wieder Voy rufen, wenn er seine Position ändert, vor allem, wenn er keinen Körperkontakt mehr mit dem ballführenden Spieler hat.
  • Entfernt sich der Ball (auch nur 1 m) vom Ballführenden Spieler, muss auch dieser Voy rufen, wenn er sich wieder zum Ball bewegt. Dies gilt z. B., wenn der ballführende Spieler den Ball ein wenig voraus kickt und ihm hinterher läuft oder wenn er den Ball im Zweikampf verliert.

In Deutschland ist es gebräuchlich, dass ab einer Entfernung von 3m zum ballführenden Spieler Voy gerufen werden muss. international gibt es dafür jedoch keine offizielle Festlegung (der IBSA).

zur Regel 12 (Fouls), Abschnitt Strafstoß

„Das Eingreifen des Torwarts in das Spiel außerhalb des Torwartraums wird mit einem Strafstoß bestraft." Dies gilt im jeden Fall, wenn der Ball im Spiel ist. Aber auch wenn der Ball nicht im Spiel ist, darf der Torwart seinen Torwartraum nicht verlassen, um zum Beispiel bei einer Auswechselung einen Spieler auf seinen Platz zu führen oder bei einem Freistoß beim Bauen einer Mauer zu helfen.

Wenn der Torwart den Torwartraum verlässt, wenn der Ball nicht im Spiel ist, wird er zuerst ermahnt und erhält im Wiederholungsfall die Gelbe Karte.

Wenn der Ball hinter der Torauslinie ins Aus geht, darf der jeweilige Torwart seinen Torwartsraum verlassen, um den Ball zu holen; allerdings darf er hierbei nur im Ausnahmefall das Spielfeld außerhalb seines Torwartraumes betreten.

Wenn der Torwart den Torwartsraum bewusst verlässt, wenn der Ball im Spiel ist, erhält er ohne Vorwarnung die Gelbe Karte. Immer dann, wenn der Torwart die Gelbe Karte erhalten hat, weil er den Torraum verlassen hat, kommt es zusätzlich zu einem 6-Meter Strafstoß.

zur Regel Nr.12 (Fouls und Verstöße), Abschnitt Persönliche Fouls, ersten Spiegelstrich:

Spielt ein Mitspieler seinem Torwart den Ball zu (nachdem o.g. Bedingungen erfüllt sind), dann darf dieser den Ball nur mit dem Fuß annehmen und nicht mit der Hand abwerfen

zur Regel Nr.12 (Fouls), Abschnitt Disziplinarische Strafen, Spiegelstrich „Verstöße von "Offiziellen", Rufern, Trainern oder Auswechselspielern":

Jede Mannschaft hat maximal drei Rufer und zwar: Den Torwart, den Coach und den Torguide.

Während des Spieles (egal ob der Ball im Spiel ist oder nicht) ist jeweils immer nur ein Rufer jeder Mannschaft dafür zuständig, seine Mannschaft zu dirigieren und zwar der, in dessen Ruferzone sich der Ball befindet.

(Dies weicht von der bisherigen Praxis in deutschland ab, dass die Rufer nur die Spieler in ihrer Ruferzone rufen dürfen, egal, wo der Ball sich gerade befindet.

Der Dritte Schiedsrichter führt eine Statistik, in welcher er die Verstöße zu diesem Punkt festhält. Der erste Schiedsrichter entscheidet in Absprache mit dem zweiten und dritten Schiedsrichter, wann er einen Rufer verwarnt bzw. ihm eine Gelbe oder Rote Karte zeigt.

 

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