Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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Erste freiwillige Zielvereinbarung mit Wirtschaftsunternehmen abgeschlossen

14. Oktober 2005

Pionierarbeit: Als erstes Pharmaunternehmen in Deutschland richtet Pfizer seinen Internet-Auftritt nach den Standards der "Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) aus. - Informationen des forschenden Arzneimittelherstellers werden für alle Internetnutzer zugänglich gemacht.

Mit der Unterzeichnung der ersten Zielvereinbarung mit einem Unternehmen der freien Wirtschaft, haben heute die BAG Selbsthilfe e. V., der Sozialverband VdK Deutschland e. V., der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V., die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e. V. und der Arzneimittelhersteller Pfizer einen wegweisenden Schritt gemacht, um Zugangsbarrieren für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen im Internet abzubauen.

Das Internet als "World Wide Web" suggeriert seinen Nutzern ein nahezu grenzenloses Angebot an Informationen. Vor allem für Menschen mit Behinderungen bedeutet das Internet eine große Erweiterung ihrer Möglichkeiten. Doch gerade sie werden häufig durch Barrieren von der Nutzung ausgeschlossen: Zu kleine Schriften, schlecht strukturierte Navigation oder fehlende Beschreibung bei Grafiken - für sehbehinderte und motorisch eingeschränkte Menschen stellen sie eine unüberwindliche Hürde dar. Dabei nutzen die rund 8 Millionen in Deutschland lebenden behinderten Menschen das Internet überdurchschnittlich oft als Informations- und Kommunikationsmedium.

Mit einer freiwilligen Zielvereinbarung hat sich Pfizer jetzt verpflichtet, sein Internet-Angebot technisch so zu gestalten, dass es von Menschen mit Behinderungen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden kann. Während der Laufzeit der Zielvereinbarung wird Pfizer in enger Kooperation von den beteiligten Verbänden behinderter Menschen und dem Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) wie auch dessen Partner bei der Implementierung beraten. Im ersten Halbjahr 2006 wird ein Teil des Internetangebotes bereits barrierefrei nutzbar sein.

Die technische Umsetzung wird bis Anfang 2007 abgeschlossen sein. "Alle Nutzer, die auf unseren Internetseiten Information und Hilfestellung suchen, sollen auf unser Online-Angebot zugreifen können", sagte Walter Köbele, Vorsitzender der Geschäftsführung Pfizer Deutschland, bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung im Rahmen der REHACARE Düsseldorf. "Wir wollen insbesondere behinderten, aber auch der wachsenden Zahl älterer Menschen, einen verbesserten Zugang zu modernen Informationsmitteln ermöglichen und sie damit in ihrer Gleichstellung und Selbstbestimmung unterstützen. Dieses Ziel wollen wir gemeinsam mit den Patientenorganisationen und Verbänden behinderter Menschen erreichen", so Köbele weiter. Grundlage für die Vereinbarung zwischen Pfizer und den Verbänden behinderter Menschen ist die 2002 u. a. vom Bundesgesundheitsministerium erlassene "Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung" - kurz BITV -, die im Rahmen des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGG) die Zugänglichkeit im Internet regelt. Nach der BITV müssen alle Web-Angebote der Bundesbehörden auch für Menschen mit Behinderungen ohne Einschränkungen unter technischen und inhaltlichen Gesichtspunkten lesbar und bedienbar gestaltet werden. Die Rechtsverordnung verpflichtet keine Unternehmen der Privatwirtschaft, Organisationen der Behinderten(selbst)hilfe haben jedoch die Möglichkeit, mit privaten Unternehmen oder Unternehmensverbänden über den Abbau von Barrieren zu verhandeln und hierzu Zielvereinbarungen abzuschließen.

"Ich hoffe, dass mit dieser Zielvereinbarung mit einem Wirtschaftsunternehmen ein Multiplikatoreffekt eintritt, der auch für Zielvereinbarungen in anderen Bereichen genutzt werden kann, damit das Thema Barrierefreiheit im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes umgesetzt werden kann," betonte Hannelore Loskill, stellvertretende Bundesvorsitzende der BAG SELBSTHILFE.

Der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, sagte: "Aus Sicht der Patienten ist dieser Schritt ein erster Meilenstein. Barrierefreie Internetangebote sind die Zukunft, und an der sollen alle Menschen - ob mit oder ohne Behinderung - teilhaben können." "Dass gerade die Firma Pfizer, die auch Produkte aus dem Bereich der Augenheilkunde anbietet, nun ihren Internetauftritt barrierefrei gestalten wird, zeugt von einer konsequenten Unternehmensphilosophie, über die wir uns sehr freuen. Mit Experten aus unserem Partnerprojekt "barrierefrei informieren und kommunizieren&" werden wir diesen Prozess deshalb gern aktiv begleiten", versprach Jürgen Lubnau, Präsident des DBSV.

Barrierefreiheit nützt allen

Die nutzerfreundliche Anwendung moderner Webtechnologien kommt im Sinne eines universellen Designs nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern allen Internetnutzern zugute, beispielsweise durch bessere Übersichtlichkeit und einfachere Navigation. Barrierefrei gestaltete Web-Präsenzen ermöglichen außerdem das leichtere Abrufen von Internet-Seiten über Handy, PDA und andere mobile Internetzugänge.

Der forschende Arzneimittelhersteller Pfizer ist weltweit führend und schwerpunktmäßig auf den Gebieten Human-Arzneimittel, Consumer Healthcare und Tiergesundheit tätig. Im vergangenen Jahr profitierten über 165 Millionen Patienten von Pfizer-Arzneimitteln, davon mehr als 9 Millionen in Deutschland. Mit dem höchsten Forschungsetat der Branche (2004: 7,7 Milliarden US-Dollar) setzt der Arzneimittelhersteller mit Hauptsitz in New York neue Standards in der Erforschung und Entwicklung von innovativen Medikamenten. Im Geschäftsjahr 2004 erzielte das Unternehmen weltweit einen Umsatz in Höhe von rund 52,5 Milliarden US-Dollar und beschäftigte ca. 120.000 Mitarbeiter.

Die Unternehmen der Pfizer-Gruppe in Deutschland befinden sich an vier Standorten: Karlsruhe, Feucht, Illertissen und Freiburg. Insgesamt sind etwa 5.200 Mitarbeiter beschäftigt.

Die BAG SELBSTHILFE - Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigene.V. ist die Vereinigung der Selbsthilfeverbände behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen in Deutschland. Sie ist Dachverband von 91 bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen, 14 Landesarbeitsgemeinschaften und drei Fachverbänden. Über ihre Mitgliedsverbände sind in der BAG SELBSTHILFE mehr als eine Million Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen sowie Sinnes-Behinderungen und Menschen mit unterschiedlichsten chronischen Erkrankungen zusammengeschlossen.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) e.V. ist die Dachorganisation der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Deutschland. Er vertritt die Interessen von ca. 145.000 blinden und über 500.000 sehbehinderten Menschen in Deutzschland.

Der Sozialverband VdK vertritt bundesweit über 1,4 Millionen Mitglieder. Als größte Interessenorganisation in Deutschland ist er das politische Sprachrohr für chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen sowie Rentnerinnen und Rentner - parteiunabhängig und neutral. In den bundesweit 400 VdK-Geschäftsstellen beraten Fachjuristen die Mitglieder in allen Fragen des Sozialrechts und vertreten sie in Antrags- und Widerspruchverfahren bei Behörden und Klagen vor den Verwaltungs- und Sozialgerichten.

Kontakt und weitere Informationen:

Pfizer Deutschland GmbH Unternehmenskommunikation Franziska Theobald/Karin Haas Postfach 4949, 76032 Karlsruhe Telefon: 0721 / 61 01 - 9466 Telefax: 0721 / 62 03 - 9466 unternehmenskommunikation.karlsruhe@pfizer.com www.pfizer.de

BAG SELBSTHILFE Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. Elisabeth Fischer Pressestelle Kirchfeldstraße 149 40215 Düsseldorf Telefon: 0211 / 31 00 6-25 Telefax: 0211 / 31 00 6-48 elisabeth.fischer@bag-selbsthilfe.de www.bag-selbsthilfe.de

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) Hans-Karl Peter Koordination-Information-Beratung Rungestraße 19 10179 Berlin Telefon: 030 / 28 53 87-19 Telefax: 030 / 2853387-20 h-k.peter@dbsv.org www.dbsv.org

Sozialverband VdK Deutschland Julita Voigt/Tanja Schäfer Wurzerstraße 4a 53175 Bonn Telefon: 0228 / 8 20 93-0 Telefax: 0228 / 8 20 93-43 E-Mail kontakt@vdk.de www.vdk.de

Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e.V. Paradeplatz 3 24768 Rendsburg Telefon: 04331 / 58 97 22 (Schreibtelefon) Telefax: 04331 / 58 97 45 E-Mail info@deutsche-gesellschaft.de www.deutsche-gesellschaft.de

 

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