Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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Das Segeln auf dem Chiemsee - jedes Jahr wieder ein Highlight!

Wenn Peter Konrad den Termin für das Segeln auf dem Chiemsee für Blinde und Sehbehinderte bekannt gibt, heißt es, ran ans Telefon oder an die Tasten und sich anmelden, denn diese Veranstaltung findet sehr großen Anklang und ist daher schnell ausgebucht. Das Segeln ist ein Gemeinschaftsprojekt des Leo-Club München-Bavaria und des Lions Club Rosenheim unter der Leitung von Peter Konrad. Bereits zum fünften Mal wurden im Juli 2010 Blinde und Sehbehinderte junge Leute vom bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund zum Segeln eingeladen.

Mit ein paar Freunden habe ich bereits zum dritten Mal wieder einen der begehrten Plätze ergattert und pünktlich um acht Uhr sitzen wir im Bus, der die 27 Gäste vom BBSB zusammen mit den Leos aus München nach Prien an den Chiemsee bringt. Im Bus herrscht bereits ausgelassene Stimmung, obwohl es noch so früh am Morgen ist. Wir sind alle voller Vorfreude auf das Segeln.

Nach etwa zwei Stunden sind wir an der Anlegestelle angekommen und werden von Peter Konrad und den anderen vielen Helfern und Skippern begrüßt. Einige kennen sich schon von den bereits durchgeführten Segeltagen, doch es sind auch wieder viele neue Gesichter dabei. Schnell werden Schwimmwesten ausgegeben, die Crews eingeteilt und schon geht es auf die Boote. Jeder kann aussuchen, ob er lieber sportlich oder gemütlich segeln möchte. Ich wähle die sportliche Variante und komme auf ein Boot, das sowohl gemütlich als auch sportlich segeln kann. Bevor wir starten, holen wir noch Proviant, der an Land für uns bereit steht. Gummibärchen und andere Süßigkeiten und Getränke. Es fehlt wirklich an nichts. Dann kann es auch schon losgehen. Wir sind zu siebt auf unserem Boot und von Anfang an ein tolles Team. Das sollte man beim Segeln auch sein, denn jeder muss mit anpacken. Ein kleiner Motor bringt das Boot ein Stück aufs Wasser und dann hissen wir gemeinsam die Segel. Es herrschen optimale Bedingungen: Der Wind ist gut, die Sonne scheint und alle an Bord fühlen sich wohl. Mit Händen und Füßen ertasten wir unser Segelboot und wir können es sogar steuern. Unser Skipper sitzt daneben und gibt uns Anweisungen, damit das Boot nicht abdriftet. Die anderen beschreiben uns, wo wir gerade sind. Es geht an der Herreninsel und an der Fraueninsel vorbei. Auf geht’s zur nächsten Wende! Wir müssen mithelfen, die Schoten zu ziehen. Puh, Segeln ist wirklich ein Sport!!! Unsere sehenden Begleiter stellen fest, dass es gar nicht so leicht ist, den Aufbau von Mast und Baum oder die Funktionsweise der Segel nur mit Worten zu erklären.

Nach einer großen Runde über den Chiemsee treffen wir uns alle auf der Halbinsel Sassau zum gemeinsamen Grillen. Hier müssen manche von uns über mehrere Boote steigen, um an Land zu kommen. Die Helfer staunen nicht schlecht, wie geschickt wir das meistern. Beim Essen tauschen wir unsere Segelerfahrungen aus. Sascha und Jacqueline erzählen, dass bei ihnen auf dem Boot Kinder Piratenlieder gesungen haben. "Das Lied "Wir dreizehn auf dem Schiff, wir lauern hinterm Riff" bleibt uns bestimmt noch lange im Ohr." Auch Johannes berichtet begeistert, dass ihm das Segeln viel Spaß gemacht und er zwei Seemannsknoten gelernt hat. Selbst ein kurzer Regenschauer kann einige von uns nicht davon abhalten, im Chiemsee eine Runde zu schwimmen. Erfrischt und gestärkt können wir nun die Rückfahrt antreten. Wer möchte, kann noch einmal segeln, die anderen fahren mit dem Bus zurück zum Anlegehafen.

Wir sind uns alle einig: Es war ein rundherum gelungener und wunderschöner Segeltag! Die tolle Betreuung, das gute Essen und das Schönste war natürlich das Segeln!!!! Zurück in München sind alle erschöpft, aber glücklich. Für viele von uns steht fest: "wir sind im nächsten Jahr wieder dabei!"

Ein Bericht von Melanie Egerer

 

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