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Wie ist es eigentlich so im DBSV-Jugendclub?
Hier findest Du Berichte über Sachen, die wir in letzter Zeit gemacht haben.
Internationales Jugendforum 23.-30.8.2009 in Hannover mit Belgien, Finnland, Lettland, Österreich, Polen und Deutschland<gr> Berichte zum Anhören vom Forum
International youth forum 23th - 30th of August 2009 in hannover/Germany with Austria, Belgium, Finland, Latvia, Poland and Germany.
Audio news of the forum here:
Die Notenschrift, die Louis Braille aus den sechs Punkten erfand, ist vielleicht noch genialer als sein Braille-Alphabet.<br< <link fileadmin/dbsvdownload/dbsvnotenkurs.mp3>Hier gibt es Impressionen zum Notenkurs zum Hören.
Den Kopf voller Ideen - so verließen die Besucher der dritten Jugendmesse "respect our future" den Landschaftspark Duisburg-Nord. Knapp 24.000 Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren lebten drei Tage lang - zeitweise trotz strömenden Regens - ihre kreativen Talente aus und setzten sich mit ihrer beruflichen Perspektive, ihrem Glauben oder dem Klimaschutz auseinander. "Die absolut friedliche Atmosphäre, in der sich die Jugendlichen hier drei Tage lang begegnet sind und dabei gemeinsam gestaltet, diskutiert und Musik gemacht haben, zeigt: das Konzept der Jugendmesse geht auf. Junge Leute wissen es zu schätzen, dass man sie nicht als potentielle Kunden anspricht. Sondern sie mit ihren Fähigkeiten, Zielen und Werten ernst nimmt", erklärt Heike Zirden von der Aktion Mensch.
Auch die knapp 100 Kooperationspartner von "respect our future" ziehen eine positive Bilanz: "Die Messe begeistert Jugendliche, ohne Ihnen dabei etwas verkaufen zu wollen", erklärt Klaus Wagner vom Caritasverband Duisburg.
"Dabei stellen wir fest, dass Ihnen Familie, Freundschaft, Liebe, Respekt und die eigene Zukunft wichtiger sind als immer nur der pure Spaß. Und Ihnen ist auch bewusst, dass sie selbst etwas tun können, um ihre Ziele und Wünsche in die Tat umzusetzen."
Viele Schulklassen, Familien und zahlreiche Jugendgruppen aus dem gesamten Ruhrgebiet und dem angrenzenden Rheinland erlebten das Messeprogramm vor der einmaligen Industriekulisse: In vier Hallen und dem großen Außengelände erwarteten die Besucher auf insgesamt über 15.000 Quadratmetern Mitmach-Aktionen wie ein Rauschbrillenparcours, Nachrichtenstudios, Sportschießen unter der Augenbinde, Bewerbungstraining, Blindenfußball, ein Punktschriftquiz oder Styling- und Ernährungsberatung. Außerdem fanden Musik-, Schauspielerei- und Tanzworkshops sowie zahlreiche Live-Konzerte mit Stars wie Panik, LaFee und Killerpilze statt. "respect ist einfach der Hammer", kommentiert der 17-jährige Hassan aus Mülheim seine Erlebnisse. "Ich fand Mode & Style am besten, weil ich mir dort eine Tasche schneidern konnte", erzählt die 15-jährige Christina begeistert. "Cool war auch das Stunt-Training...", ergänzt ihre Freundin.
Die Fachgruppe Jugend der nordrhein-westfälischen Blinden- und Sehbehindertenvereine organisierte zusammen mit dem DBSV den Stand, an dem man blind mit einem Simulationsgewehr schießen oder einen rasselnden Ball Unter der Augenbinde tribbeln konnte. Besonders dieses spontan von den Standaktiven eingerichtete "Spielfeld", bei dem auch der Teamgeist gefragt war, da die "blinden" Ballkünstler auf Zuruf agieren mussten, erwies sich zum einen auch für passionierte Hobyfußballer als echte Herausforderung, andererseits als anziehende Standattraktion, frei nach dem Motto "hauptsache der Ball rollt"!
Außerdem konnte man sich am Stand ein Lesezeichen mit seinem Namen in Punktschrift beschriften. Als es gleich am ersten Tag technische Schwierigkeiten mit der Schießanlage gab, zeigte sich vor allem die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter auf der Jugendmesse und der Aktiven an anderen Ständen.
Neben dem Engagement am eigenen Stand blieb für die ca. 7 Standbetreuer pro Tag auch genug Zeit, um z. B. am Stand des ZDF ein eigenes Video zu erstellen oder bei der Aktion Tagwerk in ein afrikanisches Kuduhorn zu blasen, dass dort nicht zuletzt auch zur Verständigung eingesätzt wird. Dort gab es übrigens auch ein Geräuschememorie, welches sich allerdings für Blinde mit geschultem Gehör als zu leicht erwies...
"Aufgrund des regen Interesses, vor allem am 2. und 3. Messetag konnten die Standaktiven eine sehr positive Bilanz ziehen. Schade ist nur, dass der Begleitservice für blinde und sehbehinderte Messebesucher, den die Aktion Mensch gemeinsam mit der Fachgruppe Jugend angeboten hatte, kaum genutzt wurde. Das wird sich hoffentlich beim nächsten Mal (voraussichtlich 2010) ändern. Denn lohnenswert ist ein besuch auf der Jugendmesse "Re:Spect our Future" auf für junge Blinde und Sehbehinderte auf jeden Fall!", so das Resumee von Rolf Herfs von der Fachgruppe Jugend, der das Projekt mit großem Engagement organisierte.
Fachgruppe Jugend zu Besuch in Kiel
Waren Sie schon mal auf der Kieler Woche?
Nein, Sie sind blind oder sehbehindert und trauen sich das nicht zu...?
Die Sommertour 2008 der Fachgruppe Jugend der Blinden- und Sehbehinderten-vereine in NRW, die wir in diesem Jahr mit der Jugend in Schleswig-Holstein zusammen geplant hatten, führte die insgesamt 18 Teilnehmer, davon auch eine Teilnehmerin aus Dänemark, in die schöne Stadt an der Ostsee.
Schon auf unserem Weg in die Jugendherberge Kiel war das tobende Leben in der Stadt deutlich zu spüren. Ein Ausnahmezustand, wie wir Rheinländer ihn am ehesten vom Karneval her kennen!
Die Kieler Woche war noch in vollem Gange. Und so stürzten wir uns dann auch gleich nach dem Abendessen und am Nachmittag des 29.06.2008 ordentlich ins Getümmel!
Hierbei nutzten wir den Begleitservice der Deutschen Angestelltenakademie (DAA), der nun schon zum 4. Mal während der Kieler Woche für Menschen mit Behinderung angeboten wird. Die freundlichen Helfer der DAA waren gerne bereit, mit uns z. B. über den Internationalen Markt mit all seinen musikalischen und kulinarischen Angeboten zu schlendern und vieles mehr mit uns zu erleben. Ohne dieses Angebot wäre der Besuch der Kieler Woche für uns in dieser Form nicht möglich gewesen.
Aber Kiel und Umgebung hat noch viel mehr zu bieten:
Gleich am Hauptbahnhof befindet sich eine Tastsäule von Kiel und Umgebung, die vor einigen Jahren von den Rotarieclubs in Kiel anlässlich Ihres 100-jährigen Jubiläums gestiftet wurde. Diese ist blinden und sehbehinderten Besuchern sehr zu empfehlen, da man sich hier einen gefühlten Überblick über die Gegend verschaffen und gleichzeitig auch über die Geschichte Kiels etwas erfahren kann.
Während einer Innenstadtbegehung durch das 1242 gegründete Kiel konnten wir u. a. auch einige Statuen betasten, z. B. die des "Geistkämpfers" an der Nikolaikirche und des sog. "Kieler Roland", einer Ritterfigur mit Schwert, die den Kieler Marktplatz ziert und - wie in vielen anderen Städten - als Sinnbild der Stadtrechte gilt.
Der "Geistkämpfer" ist eine Bronzeskulptur und wurde im Jahre 1928 vom bekannten norddeutschen Bildhauer Ernst Barlach geschaffen. Die Statue zeigt einen Schwert tragenden Engel (das Gute), der kraftvoll über einem Raubtier (dem Schlechten) steht. Die gesamte Statue (ohne Sockel) hat eine Gesamthöhe von 4,63 m.
Außerdem stand eine Führung der Schleuse in Kiel-Holtenau am Nord-Ostseekanal und im Schleusenmuseum auf dem Programm. Wir erfuhren hier beispielsweise, dass der Wasserunterschied zwischen Ostsee und Nord-Ostsee-Kanal in Kiel lediglich ½ bis 1 Meter beträgt, da die Ostsee ja eher ein Binnengewässer ist. Außerdem bekamen wir einen Überblick über die technischen Abläufe von Schleusen.
Am vorletzten Tag unserer Tour unternahmen wir eine Fahrt nach Laboe.Hier wurde es zunächst eher nachdenklich, als wir das U-Boot sowie das Marine-Ehrenmal besichtigten. Das Ehrenmal existiert seit 1936 und wurde ursprünglich zu Ehren der gefallenen Marinesoldaten des 1. Weltkrieges errichtet. Heute wird der Soldaten beider Weltkriege gedacht. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Führung bekamen wir auch Zutritt zur Gedenkhalle, direkt zur Mitte des Raumes (in der die Kranzniederlegungen und Trauerfeiern stattfinden), die durch ihre bemerkenswerte Akustik auffällt. Vor allem diesen Teil der Führung empfanden viele von uns als sehr ergreifend, da extra für unsere Gruppe die Musik der Feierlichkeiten vorgespielt und eine Seite gepfiffen wurde.
Auch bei der Besichtigung des Hochseetauchbootes U 995, für das eigentlich keine Führungen durch einen Mitarbeiter vorgesehen sind, erwies sich der Deutsche Marinebund als sehr kooperativ.Das U-Boot hat einen Tiefgang von 4,78 m und war während des 2. Weltkrieges im Einsatz, diente später als Schulboot für die norwegische Marine und steht seit 1972 in Laboe direkt am Strand.Wir bekamen zunächst die Gelegenheit, das 6,20 m breite und 67,23 m lange U-Boot zu umlaufen und zu ertasten und konnten uns danach im inneren einen Eindruck über die Arbeits- und Schlafbedingungen der Besatzung verschaffen.
Nach dieser ernsten Kost wurde es dann wesentlich tierischer. Die Meeresbiologische Station in Laboe, die direkt am Strand gelegen ist, erwartete uns am frühen Nachmittag. Hier erfuhren wir viel über die Unterwasserwelt der Ostsee, z. B. über Seesterne, Miesmuscheln und Hummer. In der Ostsee tummeln sich ca. 50 Fisch- und zahlreiche Pflanzenarten. Wir konnten beispielsweise einen lebenden Seestern, einen Einsiedlerkrebs, eine Seenadel und einige Modelle, z.B. das Gebiss eines Sandtigerhais, "begreifen".
Auf eine Qualle ist sicher jeder Strandbesucher mal getreten. Wer allerdings Bekanntschaft mit dem Petermännchen machen sollte, muss sich auf einen Stich gefasst machen, der tagelang Schmerzen verursacht. Diese Wunde kann man allerdings mit einem Feuerzeug abbrennen, sodass man sich zwischen starken Schmerzen oder einer ordentlichen Brandblase entscheiden kann ...Gott sei Dank sind solche kleinen und großen "Ungetüme" an der Kieler Förde eher nicht zu finden und so konnten wir die beiden Strandbesuche während der Tour bei herrlichem Sommerwetter sehr genießen!
Gebildet und gebräunt fuhren wir wieder nach Hause und mit der Erkenntnis, das auch Kiel eine Stadt ist, die kräftig feiern kann und in die es sich zu reisen lohnt!
Rolf Herfs, Manja Weiß und Niels Luithardt