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Die vielen Menschen, die heute sehbehindert werden oder erblinden, brauchen jemanden, der sie auffängt und ihnen Lebensmut und Lebensperspektiven zurückgibt. Am besten können das Menschen, die dieses Schicksal selbst gemeistert haben und für eine gute Beratung qualifiziert sind. Ein dichtes Netzwerk solcher Experten in eigener Sache in ganz Deutschland zu schaffen, ist das Ziel des Projektes Lebensmut.
„Denn, wenn sich Ihr Sehen hochgradig verschlechtert oder Sie gar plötzlich erblinden, brauchen Sie
(Jürgen Lubnau, Kuratorium der Blindenstiftung Deutschland)
Einen Sehverlust zu erleiden, heißt 80 % der gewohnten Sinneseindrücke zu verlieren. Die Auswirkungen sind drastisch: Die Kontrolle der einfachsten Handgriffe und Handlungen sind nicht mehr möglich. Das raubt den Lebensmut, ohne den alles Training, aller Einsatz technischer und finanzieller Hilfen nicht wirklich zurück ins Leben führen. Andere blinde und sehbehinderte Menschen können in dieser Situation besonders glaubwürdige Helfer sein. Bereits heute gibt es viele solcher ehrenamtlich tätigen Helfer, die vor Ort neu Betroffene besuchen, ersten Rat geben, erste kleine Hilfsmittel zeigen, zu Trainingsmöglichkeiten, Diensten und Einrichtungen vernetzen und sich als Ansprechpartner für die nächste schwierige Zeit anbieten. Damit so wichtige Helfer ihre Sicherheit und Kompetenz nicht nur aus ihrer eigenen Lebenssituation schöpfen müssen, wurde das Projekt „Lebensmut“ konzipiert. Es entwickelt Seminare für blinde und sehbehinderte Menschen, mit denen diese zu Reha-Experten in eigener Sache weiterqualifiziert werden. Dabei werden Elemente geschult, wie Gesprächsführung, Hilfsmittelkunde, die wichtigsten sozialrechtlichen Bestimmungen. Es wird ein Überblick vermittelt über die aktuellen Angebote der Blindenhörbüchereien und anderer Einrichtungen sowie des Trainings in den Bereichen Mobilität, Low Vision, Alltagsfertigkeiten.
Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre konzipiert. In der Startphase wird das Qualifizierungskonzept entwickelt, das anschließend im Rahmen einwöchiger Schulungsseminare flächendeckend in Deutschland jährlich für bis zu 100 Menschen angeboten wird.
Weitere Teilprojekte sind
Projektträger ist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.
Die Fortbildungsoffensive Lebensmut kostet in drei Jahren etwa 80.000 Euro pro Jahr und wird unterstützt vom
Auch die Blindenstiftung Deutschland unterstützt das Projekt nach ihren Kräften aus eigenen Mitteln, wirbt aber zur Sicherstellung eines möglichst umfangreichen Kursangebotes um ergänzende Spenden.