Austausch unter Betroffenen: Selbsthilfegruppen im DBSV
Der DBSV unterhält bundesweit 250 den Landesvereinen zugeordnete Selbsthilfegruppen. Hier wird Betroffenen von Betroffenen geholfen. Menschen, die mit einer Augenerkrankung konfrontiert sind, treffen auf Menschen in der gleichen Situation, die ganz genau wissen, wie man sich mit einer solchen Diagnose fühlt. Dieser Austausch unter Betroffenen ist seit den Anfängen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe bis heute durch nichts zu ersetzen.
Warum ist der Austausch in Selbsthilfegruppen blinder und sehbehinderter Menschen so wertvoll?
Sofort verstanden werden
Menschen, die gemeinsame Erfahrungen teilen, verstehen einander ohne viele Erklärungen. Themen wie Alltagsbarrieren oder gesellschaftliche Vorurteile müssen nicht mühsam erläutert werden.
Praktische Hilfe erhalten
„Wie machst du das?“ Von der Hilfsmittelnutzung bis zum Umgang mit Behörden – wer vor konkreten Problemen steht, entwickelt konkrete Strategien, die in der Selbsthilfegruppe bereitwillig geteilt werden.
Gemeinsam etwas verändern
Viele Selbsthilfegruppen setzen sich vor Ort aktiv für Barrierefreiheit und Inklusion ein, zum Beispiel am Sehbehindertentag [Link] oder in der Woche des Sehens [Link]. Gemeinsame Aktionen machen Mut und stärken das Selbstvertrauen.
Offen reden können
Insbesondere, wenn ein Sehverlust gerade eingetreten ist oder voranschreitet, hilft es, wenn man die damit verbundenen Gefühle offen ansprechen kann – und merkt, dass man mit dieser Erfahrung nicht allein dasteht.
Sich etwas trauen
Durch gemeinsame Aktivitäten und durch Vorbilder in der Gruppe lernen Menschen mit Behinderungen, was alles möglich ist und wie man unabhängiger leben kann. Das fördert die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein.