DBSV fordert: Künstliche Intelligenz inklusiv!
Bundesweiter Digitaltag am 26. Juni 2026
Alle reden über KI, aber viel zu selten wird in diesem Zusammenhang an Inklusion und Barrierefreiheit gedacht. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat deshalb heute eine Entschließung zur Künstlichen Intelligenz verabschiedet und fordert: Künstliche Intelligenz inklusiv!
Berlin. Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz verändern unsere technischen Möglichkeiten zum Teil grundlegend. Damit eröffnen sich auch für blinde und sehbehinderte Menschen neue Chancen – etwa durch eine einfachere und intuitivere Bedienung von Technik, neue Funktionen von Hilfsmitteln oder eine verbesserte Zugänglichkeit analog wie digital. Das betrifft alle Lebensbereiche, von der Mobilität über den Beruf bis hin zur Haushaltsführung. Gleichzeitig müssen mögliche Risiken erkannt und begrenzt werden. Dazu zählen unter anderem die mangelnde Verlässlichkeit von KI-generierten Informationen, die Verstärkung bestehender Vorurteile durch KI-Systeme sowie der unzureichende Schutz sensibler Daten bei deren Nutzung.
Der DBSV fordert Politik und Industrie deshalb auf, Barrierefreiheit, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe zu zentralen Leitprinzipien bei der Entwicklung und Einführung von KI-Systemen zu machen. Menschen mit Behinderungen müssen in Entwicklungsprozesse einbezogen werden, damit ihre Bedürfnisse und Rechte angemessen berücksichtigt werden. „Wenn blinde und sehbehinderte Menschen KI-Systeme und KI-gestützte Hilfsmittel nutzen, haben Sicherheit und Verlässlichkeit absolute Prio“, betont DBSV-Präsident Hans-Werner Lange. „Deshalb müssen jetzt die Weichen richtig gestellt werden – bei der Entwicklung von KI-Modellen, aber auch bei den gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für ihren Einsatz.“
Direkt zur Entschließung „KI muss barrierefrei und inklusiv werden“ mit ausführlichen Erläuterungen zu den genannten Punkten.
Stichwort „DBSV-Verbandstag“
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gehört zu den größten Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen in Deutschland. Der Verbandstag ist das höchste Gremium des DBSV, tritt alle vier Jahre zusammen und legt die Leitlinien für die Arbeit des Verbandes fest.
Tipp: Diskussion über Digitalisierung und Barrierefreiheit im Livestream
Am Freitag, 26. Juni, diskutiert Christina Decker, Abteilungsleiterin Deutschland Stack im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, beim DBSV-Verbandstag mit Oliver Nadig, Leiter des Gemeinsamen Fachausschusses für IT beim DBSV, über Digitalisierung und Barrierefreiheit. Der Programmpunkt ist von 12:30 bis 13:00 Uhr angesetzt und wird im Livestream übertragen unter:
https://www.dbsv.org/verbandstag-2026.html#dabeisein