Hintergründe

Wozu diese Seite?

Kommunikation ist ein Lebensmittel. Sich visuell zu orientieren, Zeichen erkennen und lesen zu können, ist mehr denn je Voraussetzung dafür, sich in der Welt zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Kommunikationsdesign hilft dabei, den Zugang zu Menschen, Wissen und Welt zu öffnen.

Freie Zugänglichkeit zu Information und Kommunikation ist daher auch eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Kraft getreten ist. In Deutschland leben rund 1,2 Millionen sehbehinderte Menschen, die selbst mit Sehhilfen über weniger als 30 % ihrer Sehkraft verfügen. vgl.

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Angesichts des demografischen Wandels wird diese Zahl in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Aber auch »Normalsichtige« profitieren bei ungünstigen Sichtverhältnissen, geringer Beleuchtung, Stress oder Leseschwächen von gut lesbarer Gestaltung. Durch inklusives Kommunikationsdesign werden Informationen für möglichst viele Menschen – unabhängig von ihrer Sehfähigkeit – lesbar und verständlich gestaltet. Es ist gleichermaßen zugänglich und attraktiv.

32 blaue Punkte sind kreisförmig umeinander angeordnet und ergeben eine geschlossene Gruppe von Punkten. Um sie herum finden sich mit maximalem Abstand zueinander eine kleine Gruppe hellblauer Punkte und eine kleine Gruppe roter Punkte, sowie ein einzelner orangener Punkt. Alle Punktegruppen grenzen sich deutlich voneinander ab.
Exklusion
Zu sehen ist die selbe Anzahl von blauen, hellblauen, roten und orangenen Punkten, wie im vorherigen Bild. Die vier Punktegruppen sind nun nicht mehr getrennt voneinander angeordnet, sondern fügen sich zu einem großen Kreis. Dabei bilden die hellblauen, roten und der orangene Punkt gemeinsam einen Abschnitt des Kreises, da sie direkt nebeneinander liegen. Damit sind die Gruppen weiterhin klar erkennbar.
Integration
Es besteht weiterhin die selbe Anzahl von Punkten. Auch bilden alle Punkte wie im vorhergehenden Bild einen Kreis. Allerdings sind nun keine Gruppen mehr vorhanden. Die verschiedenfarbigen verteilen sich nun unter den blauen Punkten.
Inklusion

Was diese Seite nicht leistet

Kommunikationsdesign ist ein komplexes Fachgebiet, das von Typografie über Editorial-, Werbe-, Verpackungs-, Informations-, Signage- und Corporate Design bis zu Motion-, Interaktions- und Webdesign reicht. Die Grundlagen für leserliche Schriften und lesbare Textgestaltung gelten weitgehend für alle Medien und Anwendungsbereiche. Die Entwicklung und Programmierung digitaler Medien unterliegt jedoch vielfältigen und sich rasant verändernden technologischen Anforderungen, die den Rahmen dieser Seite sprengen würden. Sie werden an anderen Stellen ausführlich behandelt, daher werden hier lediglich grundsätzliche Hinweise gegeben und auf weiterführende Quellen verwiesen. Auch der Umgang mit taktilen und auditiven Hilfsmitteln bleibt ausgeklammert, da im Sinne inklusiver Lösungen der Fokus hier auf Designelementen liegt, die für sehbehinderte und sehende Menschen gleichermaßen geeignet sind.

Neben funktionalen Anforderungen folgt Design immer auch ästhetischen Aspekten, Konventionen und Moden, kultureller Vielfalt und identitätsstiftender Originalität. Inklusive Gestaltung hat diese Faktoren gleichermaßen zu beachten, will sie sich nicht in ein »barrierefreies Abseits« begeben, denn auch Ästhetik bildet einen wichtigen Aspekt von Zugänglichkeit: Sie entscheidet, wie man die wahrgenommenen Objekte bewertet und empfindet. Die hier formulierten Empfehlungen sind daher ausdrücklich nicht als apodiktische Anweisungen für ein »richtiges Design« zu verstehen. Vielmehr möchten die Autoren für Zusammenhänge sensibilisieren und Entscheidungshilfen anbieten. Die gestalterische Kompetenz und Empathie des Designers sowie das Prüfen und Hinterfragen des einzelnen Entwurfs bleiben hiervon unberührt und unverzichtbar.