Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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DBSV-Verwaltungsratsbeschluß zu Shared Space

Der Verwaltungsrat des DBSV hat sich auf seiner Sitzung am 09. Mai 2009 in Mainz wegen der mit der verkehrstechnischen Lösung Shared Space verbundenen erhöhten Gefahr für blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer entschieden gegen die Einführung von Shared Space Bereichen in deutschen Kommunen ausgesprochen, weil:

  • Orientierung und Sicherheit für blinde und sehbehinderte Menschen in diesen Arealen grundsätzlich nicht gewährleistet sind;
  • die Fahrbahn weder visuell noch taktil erfassbar ist;
  • Bordsteinkanten als Orientierungshilfe fehlen;
  • die Aufnahme von Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern nicht möglich ist;
  • das Halten und Parken der Kraftfahrzeuge in diesen Bereichen nicht geregelt ist;
  • eine Geschwindigkeitsbeschränkung für diese Bereiche nicht gesetzlich festgelegt ist;
  • Leitlinien und Aufmerksamkeitsfelder in diesen Bereichen keine Verkehrszeichen im Sinne der StVO darstellen.

Sollten Kommunen trotz aller Hinweise der regionalen blinden- und sehbehinderten Vereine dennoch derartige Shared Space Bereiche einführen wollen, empfiehlt der DBSV-Verwaltungsrat folgendes: 

Der GFUV wird beauftragt, das derzeit veröffentlichte „Anforderungsprofil zur blinden- und sehbehindertengerechten Ausgestaltung von Mischverkehrsflächen nach dem Konzept „Shared Space“ bis Mitte Juni 2009

a)     um Elemente des in der Schweiz existierenden Modells von Begegnungszonen wie visuelle und taktile Erkennbarkeit der Fahrbahn, Vorrang von Fußgängern vor Kraftfahrzeugen, Markierung der Begegnungszone sowie Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h zu ergänzen und

b)     Erfahrungen und aktuelle Erkenntnisse aus Bohmte in diesen Katalog einzuarbeiten und als Rundschreiben sowie auf der DBSV-Homepage zu veröffentlichen.

Die im fortgeschriebenen Anforderungskatalog des GFUV beschriebenen Grundsätze für Lösungsansätze sind in die Gespräche mit Vertretern der Kommunen als conditio sine qua non und Grundforderungen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe einzubringen.

Die Gegebenheiten und Voraussetzungen vor Ort sind jeweils sehr unterschiedlich, daher müssen auch immer Einzellösungen im Sinne des überarbeiteten Anforderungskatalogs gemeinsam mit den kommunalen Vertretern gesucht werden.

Den Beschluß können Sie hier als  Word-Datei Word-Dokument (74 KB)  oder als  PDF-Datei PDF (29 KB) herunterladen.

Das Anforderungsprofil zur blinden- und sehbehindertengerechten Ausgestaltung von Mischverkehrsflächen nach dem Konzept „Shared Space“ können als PDF  PDF-Datei hier (78 KB) oder als Word-Dokument  Word-Datei hier (148 KB) downloaden.

 

Informatives zu Shared Space

Hier finden Sie Informationen und Links zum Thema Shared Space:
 

  • 2010
    Kommentar zur ADAC-Broschüre "Shared Space - Mehr Sicherheit durch weniger Regeln im Verkehr?"
    Link:  Word-Datei _ (69 KB)   und  Word-Datei _ (144 KB)



  • 2009
    Anforderungsprofil zur blinden- und sehbehindertengerechten Ausgestaltung von Mischverkehrsflächen und dem Konzept "Shared Space"
    Wolfgang Schmidt-Block
    Dr. Klaus Behling
    Dipl.-Päd. Dietmar Böhringer
    Michael Klingler
    hier als  PDF-Datei PDF (78 KB)  mit Bildern oder als Word-Dokument  Word-Datei hier (148 KB)

 

 

  • 2009
    Shared Space in Deutschland, ein Flop für bline und sehbehinderte Menschen?
    Gerhard Renzel, Mitglied des GFUV
    Link zum Aufsatz



  • 2007
    Anforderungen blinder und sehebehinderter Verkehrsteilnehmer an Shared Space Projekte am Beispiel von Bohmte/Niedersachen
    Dipl.-Pädagoge Dietmar Böhringer
    Wolfgang Schmidt-Block
    zum Download als unbebildertes Word-Dokument   Word-Datei _ (77 KB) oder als PDF mit Fotos   PDF-Datei  (1.1 MB)

 

 

 

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