EBU Onkyo Braille Essay Contest

Aufruf zum EBU Onkyo Braille Essay Contest 2018 – Europa

Brailleschrift ist fan-tastbar! Deshalb ruft der DBSV-Jugendclub zur Beteiligung am „EBU Onkyo Braille Essay Contest 2018 – Europa“ auf.

Blinde, sehbehinderte und sehende Braille-Nutzerinnen und -Nutzer jedes Alters können bis zum 8. Juni 2018 Texte aller Art über die Brailleschrift einreichen. Sie sollten zwischen 750 und 1.100 Wörtern lang sein (nur in Ausnahmen kürzer) und sich unter dem Motto „FanTastereien über Braille“ mit kreativen Überlegungen zur Zukunft der Brailleschrift beschäftigen.

Wir wollen deutlich machen, dass Braille auch im digitalen Zeitalter noch angesagt ist. Ihr könnt Eure Beiträge deshalb zusätzlich als Video mitsenden, in dem Ihr zum Beispiel Euren Text vortragt, während gezeigt wird, wie Eure Finger die Punktschrift dazu lesen. Auch Audiodateien könnt Ihr uns schicken. Anschließend veröffentlichen wir eine Auswahl dieser Beiträge auf unseren Social Media-Kanälen (YouTube, Facebook, DBSV-Jugendmagazin).

Pro Person darf nur ein Text auf Deutsch eingereicht werden. Ihr könnt Eurer Einreichung auch gleich eine englische Übersetzung beifügen. Außerdem benötigen wir Angaben zu Eurem Vor- und Nachnamen sowie zum Alter.

Der DBSV wird Anfang Juli bis zu fünf Texte auswählen und im deutschen Original und auf Englisch als deutsche Beiträge zum Wettbewerb an die EBU weiterleiten. Die EBU entscheidet Ende September über die europäischen Gewinner. Es wird ein Hauptpreis von 2000 $ vergeben und weitere Preise von 1000 $ und 500 $ für Teilnehmer über und unter 25 Jahren.

Mit der Einreichung übertragt Ihr alle Rechte an Eurem Text an den DBSV und die EBU. Außerdem erklärt Ihr Euch durch Eure Einreichung einverstanden, dass Euer Name vom DBSV und der EBU publiziert wird. Falls Ihr einen Video- oder Audiobeitrag einreicht, übertragt Ihr alle Rechte an diesem Beitrag an den DBSV und erklärt euch damit einverstanden, dass der Beitrag und Euer Name auf den Kanälen des DBSV-Jugendclubs (YouTube, Facebook, DBSV-Jugendmagazin) publiziert werden.

Der Wettbewerb wird von der japanischen Onkyo Corporation und dem japanischen Braille Mainichi organisiert und in Europa von der Europäischen Blindenunion (EBU) durchgeführt. Er existiert seit 2007 und soll die weltweite Nutzung von Braille fördern.

Bitte sendet Euren Text digital oder auf Papier in Braille an den DBSV, z. H. Annika Dipp, Rungestraße 19, 10179 Berlin oder per Mail an a.dipp@dbsv.org.

 

Rückblick 2017: Braille goes digital

Unser Motto 2017 lautete "Braille goes digital": Wir wollen, dass Braille auch im digitalen Zeitalter weiterlebt und Blinde und Sehende via Twitter und Facebook begeistert. Alle, die die Brailleschrift schätzen und lieben, konnten beschreiben, warum Braille auch im digitalen Zeitalter die Welt fühlbar verbunden hält, in Form eines Brailletweets von 140 Zeichen oder in Form eines knackigen Facebook-Posts mit maximal 500 Zeichen.

 

Die Gewinner 2017:

  1. Otsuki first prize
    Marina VALENTI, (Italy): Braille … an essential tool for the visually impaired or blind
  2. Excellent works prize
    Junior category: Oleg Suvorin, (Russia): Letter to Louis Braille
    Senior category: Boldizsar Szentgali-Toth, (Hungary): Hi Reni
  3. Fine works prize
    Junior category: Zuzana Fährerová, (Slovakia): Dots as the best gift? and James Scholes, (UK): Rural Dots
    Senior category: Francisco Javier García Pajares, (Spain): The number of things that fit in six dots is amazing! and William Lyons, (Sweden) : The Straggler
  4. Commended:
    Milan Linhart, (Czech Republic) : The End of Good Old times or Just Look and See Ivana Vinko, (Croatia: Braille) : The Best Friend

Die Essays sind zu finden unter:
http://www.euroblind.org/projects-and-activities/activities/nr/210

 

Die fünf deutschen Beiträge, die 2017 am europäischen Auswahlverfahren teilgenommen haben:

Dankbarkeit, dafür, dass ich im letzten Jahr die Punktschrift erlernen durfte. Dafür, dass es sie gibt. Freude, Immer wenn ich ganz für mich ein Buch lesen kann. Und immer, wenn ich meinem Kind vorlese, welches gebannt an meinen Lippen hängt. Stolz, meinem Büro-Job wieder nachgehen zu können. Wieder voll und ganz im Leben zu stehen und meine Familie ernähren zu können. Mit Ehrgeiz und meiner Punktschrift. Das alles fühle ich. Vom ersten Moment an liebte ich sie!
Kai Sandleben, 35 Jahre

Er konnte nicht sehen, was sie fühlte. Die Welt war zu dunkel. Sie konnte nicht hören, was er fühlte. Die Welt war zu still. Sie konnten nicht verstehen, was sie verbindet. Gesprochene Worte waren zu flüchtig. Punkt für Punkt werden Dunkelheit und Stille leise fühlbar durchbrochen.
Nadine Wettstein, 38 Jahre

Ich habe herausgefunden, dass Punktschrift einem ganz schön was nützt. Denn ich mag es mehr, zu lesen, als dass es mir ein Computer vorliest. Denn dann weiß man auch gleich, wie Fremdwörter geschrieben werden. Wenn man selbst liest, kann man mehr lernen und es versetzt einen in andere Welten. Denn es ist langweilig, wenn die ganze Zeit ein Roboter alles herunter rattert.
Juli Schweizer, 8 Jahre

Braille bringt deinen Tweet sogar im Dunkeln auf den Punkt!
Luca Sariyannis, 11 Jahre

Braille gegen den Lärm
Hallo Nachbarn, werft Eure Rasenmäher und Kreissägen an! Liebe Kinder, grölt herum so viel ihr wollt! All ihr motorisierten Angeber, tretet das Gaspedal durch und lasst den Auspuff röhren! Egal. Meine Finger stört es nicht. Ich hab mir die Braille-Vollschrift beigebracht. Tschüss, bin auf der Terrasse, lesen!
Bettina Hanke, 50 Jahre

 

Weitere Beiträge

Punktschrift ist für mich wie jede andere Schrift: Es sind Zeichen, die unsere Worte und damit unsere Gedanken und Gefühle festhalten. Wer nicht schreiben kann, ist als Analphabet stark benachteiligt in jeder Gesellschaft. Sehenden und blinden Menschen gleichermaßen muss die Möglichkeit gegeben werden, Schrift zu lernen und anzuwenden. Wer nicht die Möglichkeit hat, Schrift zu lesen oder Schrift zu schreiben, kann nicht vollständig an unserer Kultur teilhaben. Schrift ist eine der Grundlagen unserer Bildung.
Steffen Zimmermann, 52 Jahre

Wir fühlen, was andere sagen, egal wo sie sich befinden. Die Punkte weisen uns den Weg zu ungeahnten Möglichkeiten der Kommunikation, die mit dem technischen Fortschritt einhergingen.
Kerstin Peters, 15 Jahre

#Braille ist von großer Bedeutung! Denn Schrift ist der Schlüssel zu #Wissen, #Bildung und #Kultur.
Ellen Schweizer, 44 Jahre

Für mich ist die Brailleschrift auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar und sie sollte auch zukünftig erhalten bleiben, weil sie taktil gut zu erfassen ist und so das Kommunizieren mit anderen erleichtert. Selbst am PC wird nicht nur mit Sprachausgabe sondern auch mit Braillezeile gearbeitet.
Brigitte Berg, 59 Jahre