Klettern

Können blinde und sehbehinderte Menschen klettern? Ja! Sehende sind oft sehr überrascht, wenn sie erleben, dass Menschen klettern gehen, obwohl sie Griffe oder Steine nicht sehen können.

Sportklettern erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. In Gegenden, in denen es keine echten Felsen gibt, bieten Kletterhallen und künstliche Klettertürme die Möglichkeit, Kraft, Beweglichkeit, Körpergefühl und Psyche zu trainieren.

Wer mit Seheinschränkungen in eine Wand steigt, erfühlt sich seinen Weg. Die Griffe und Tritte werden mit Arm und Fuß im Halbkreis ertastet. Das funktioniert sehr gut. Es kann aber auch von unten - durch Ansage der Griffe und ihrer Positionen - Hilfestellung gegeben werden, vor allem dann, wenn die Routen mit steigendem Können anspruchsvoller werden.

Für den Anfang bietet sich ein Schnupperklettern an: Ein erfahrener Betreuer übernimmt das Sichern und man kann den Sport für sich ausprobieren. Beim sogenannten Toprope-Klettern ist das Sicherungsseil bereits an der Wand eingehängt und kommt von oben. Dies ist für Anfänger die Methode der Wahl, um ins Klettern einzusteigen.

Wer aber regelmäßig klettern gehen möchte, wird in der Seilschaft auch Verantwortung übernehmen und den Seilpartner beim Erklimmen der Wand sichern wollen. Auch Menschen mit Seheinschränkungen können problemlos erlernen, im Toprope zu sichern und zu klettern. Dafür besucht man einen Anfängerkurs, der in den meisten Kletterhallen angeboten wird. In den letzten Jahren haben sich in vielen Vereinen Initiativen entwickelt, Klettern für Menschen mit Behinderung anzubieten und die Kurse auch für blinde oder sehbehinderte Menschen zu öffnen. Es lohnt sich also, bei der Kletterhalle vor Ort nachzufragen.