Taubblindheit - Definition

Laut Peter Hepp ist die Definition von Taubblindheit wie folgt:

„Wenn jemand in seiner Fähigkeit zu hören und zu sehen beeinträchtigt ist, so er ist – je nach Umfang der Beeinträchtigung – hör-und sehbehin-dert. Ist der Mensch zugleich hochgradig sehbehindert und hörbehindert, gilt er als taubblind. Es handelt sich nicht um eine homogene Gruppe, die unter den Begriff Taubblindheit fällt. Manche Menschen gelten als völlig taub und blind, während andere mehr oder weniger ein eingeschränktes Seh- und Hörvermögen haben.“

(Hepp 2007, Die Welt in meinen Händen, S.)

Taubblinde Menschen lassen sich der lautsprachlich oder gebärdensprach-lich orientierten Gruppe der Taubblinden zuordnen.

Lautsprachlich orientierte Taubblinde

Hier handelt es sich um nach dem Lautsprach-Erwerb ertaubte Blinde o-der hochgradig Sehbehinderte. Sie haben vorher die Möglichkeit aufgrund des vorhandenem Hörvermögen auditiv die Lautsprache zu erwerben.

Zu dieser Gruppe zählen auch erblindete Schwerhörige und Gehörlose, die durch lautsprachlich orientierte Erziehung keine Gebärdensprache ge-lernt haben. Aufgrund guter Schriftsprachkompetenz können sie Lormen (das Tastalphabet-System) als Hilfsmittel zur Kommunikation nutzen.

Gebärdensprachlich orientierte Taubblinde

Hierbei handelt es sich um Gehörlose, deren Muttersprache die Gebärdensprache ist. Sie sind häufig an dem Usher Syndrom erkrankt und erblinden zunehmend. Aufgrund von ehemaligem Sehvermögen haben sie die Gebärdensprache als eine visuell wahrnehmbare Sprache erworben. Bei fortgeschrittener Gesichtsfeldeinschränkung im Erwachsenalter schränkt sich die Sehfähigkeit im Raum immer weiter ein. Das hat auch Auswirkungen auf die visuelle Wahrnehmung der Gebärdensprache. Eine Reduzierung oder ein Verzicht auf die Anwendung der Gebärdensprache ist für viele Taubblinde trotz der Einschränkung des Sichtfeldes bzw. der Sehfähigkeit unvorstellbar. Sie fühlen sich aufgrund der lebenslangen Verwendung der Gebärdensprache zur Gehörlosengemeinschaft zugehörig.

Um auf eine gebärdensprachliche Kommunikation nicht verzichten zu müssen, bietet die Taktile Gebärdensprache vielen eine Alternative.