Arbeitskreis der Blindenführhundhalter

Der Arbeitskreis der Blindenführhundhalter berät Führhundhalter und die, die es gern werden möchten, aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung neutral, unverbindlich und kostenlos.

Der Assistenzhund Blindenführhund - ein sehr besonderes Hilfsmittel

Der Blindenführhund ist das bisher einzig anerkannte lebende Hilfsmittel im Sinne des Sozialgesetzbuches V (Gesetzliche Krankenkassen). Hochgradig sehbehinderte und blinde Menschen, die sich mit der Thematik, sich im Alltag von einem Blindenführhund unterstützen zu lassen, auseinandersetzen, treffen eine tiefgreifende Entscheidung mit Auswirkung auf ihre Lebensgestaltung für lange Zeit. Um eine verantwortungsbewusste Entscheidung treffen zu können, sind Interessierte und ihre Angehörigen der Einladung des Bundesarbeitskreises der Blindenführhundhaltenden beim DBSV gefolgt und haben vom 17.10.19 bis 20.10.19 an einem umfangreichen Seminarprogramm im AURA Hotel Saulgrub teilgenommen. Die rechtlichen Grundlagen und die Erfüllung von Voraussetzungen im Versorgungsprozess mit einem Blindenführhund wurden anschaulich von der Juristin Frau Jonasch (rbm) referiert.

Das Zusammenleben und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Blindenführhund erfordert Fähigkeiten wie Zugewandtheit und positiv stärkendes Miteinander und Handeln. Das Finden der passenden Ausbildungsstätte stellt eine besondere Herausforderung dar und wurde mit viel Sorgfalt erörtert. Ein Team aus Mensch und Blindenführhund - ein Blindenführhundgespann - zu werden kann nur gut gelingen, wenn der Einarbeitungslehrgang und die abschließende Gespannprüfung mit allen Beteiligten gut besprochen und umgesetzt werden.

Zu einem sicheren und vertrauensvoll zusammenarbeitenden und lebenden Team nach der Einarbeitung und Gespannprüfung zu werden und es ein Hundeleben lang zu bleiben, erfordert kontinuierliches Reflektieren und gemeinsames wertschätzendes und konsequentes Trainieren. Diesen Wunsch, mit ihrem ersten Blindenführhund zu einem guten Team zusammen zu wachsen und die Beziehung zu stärken, hatten Erstführhundhaltende. Auch sie folgten der Einladung zum Seminar und erhielten von engagierten Rehabilitationslehrenden mit dem Schwerpunkt Orientierung und Mobilität und Hundetrainierenden und gleichzeitig erfahrenen Gespannprüfenden in Einzel- und Gruppentrainings verschiedene Methoden und Anregungen vermittelt. Die an einer Blindenführhundversorgung Interessierten erfuhren von erfahrenen Blindenführhundhaltenden Einblicke in den Alltag, indem sie die Gassigänge und die Futtergabe begleiten durften, und in den Gesprächen sehr unterschiedliche und individuelle Gestaltungsvariationen präsentiert bekamen. Die Pflege des Führhundes, Spiel und Training konnten die Interessenten Dank des ehrenamtlichen Engagements von fünf erfahrenen Blindenführhundhaltenden erfahren, miterleben und ausprobieren.

Der Höhepunkt für die Führhundinteressenten war nach der Erarbeitung einer Wegstrecke mit dem Blindenlangstock und anschließend mit einem Dog Simulator das Gehen am Blindenführhundgeschirr mit einem Blindenführhund. Die Erstführhundhaltenden erlebten die Einführung in die Methode des Tellington Touch, welche ihnen durch eine erfahrene Blindenführhundhalterin vermittelt wurde. Emotionale Bindung und entspannten und wohltuenden Kontakt mit seinem Hund auf diese Weise zu erleben, hat die Teilnehmenden sehr begeistert. Auch das Thema „Der alternde Hund und die würdige Beendigung der Dienstzeit“ wurde nicht ausgespart. So erfuhren die Teilnehmenden sehr unterschiedliche und sehr berührende Berichte von den erfahrenen Blindenführhundhaltenden, wie Abschied gestaltet wurde. Die Durchführung des umfangreichen Seminars wurde möglich durch das hohe Engagement der ehrenamtlich aktiven Blindenführhundhaltenden, der engagierten Fachleute aus den Bereichen Rehabilitationslehrer, Hundetraining und Gespannprüfung und der Förderung durch die DAK Gesundheitskasse, die Stiftung Mensch und Tier sowie Cuvetrus. Alle Beteiligten sind mit der Gewissheit nach Hause gefahren, sich der Thematik Versorgung und Zusammenleben mit dem „Hilfsmittel mit Seele“ Assistenzhund Blindenführhund verantwortungsbewusst gestellt zu haben.

Der Arbeitskreis der Blindenführhundhalter

Der Arbeitskreis der Blindenführhundhalter setzt sich aus Vertretern der in den DBSV-Mitgliedsvereinen/-verbänden organisierten Blindenführhundhaltern/-halterinnen zusammen.

Insbesondere fördert er die soziale Rehabilitation mit Hilfe des Führhundes, weist in Blinden- und Sehbehinderteneinrichtungen aber auch in der Öffentlichkeit und den Medien auf den Führhund als Hilfsmittel zur Verbesserung der Mobilität Blinder und hochgradig Sehbehinderter hin, wirkt bei der Erstellung von Richtlinien zur Ausbildung von Führhunden mit und passt diese neuen Erkenntnissen, insbesondere den ständig wachsenden Anforderungen des Straßenverkehrs an, veranlasst die Herausgabe von fachbezogenen Informationen, die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und treibt die Kommunikation mit Führhundschulen, Leistungs- bzw. Kostenträgern, Gebrauchshundevereinen etc. voran.

Wir beraten Führhundhalter und die, die es gern werden möchten, aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung, neutral, unverbindlich und kostenlos. Der Arbeitskreis gibt das Hörmagazin "Wir Führhundhalter" heraus.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den:

Arbeitskreis der Blindenführhundhalter im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

Bundessprecherin
Katharina Odening
E-Mail: k.odening@dbsv.org

Oder wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Landesverein, der Ihnen gerne den Kontakt zur jeweiligen Arbeitskreisleitung herstellt.

Unter dem folgendem Link finden Sie unsere Broschüren zum Thema Blindenführhunde: http://www.dbsv.org/broschueren.html

Newsletter des AK Blindenführhundhalter beim DBSV

Weitere Ansprechpartner in den Landesvereinen

Hier finden Sie die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Blindenführhundfragen in den Landesvereinen des DBSV. Sie geben Ihnen gern auf Ihre Fragen rund um den Blindenführhund Auskunft.