Blindentennis

Auch mit Seheinschränkung kann man Tennis spielen. Sehende, sehbehinderte und blinde Spielerinnen und Spieler können antreten auf einem verkleinerten Feld, mit einem rasselnden Ball und Linien, die mit den Füßen fühlbar sind.

Außergewöhnlich, herausfordernd und inklusiv - das ist Blindentennis!

Blindentennis-Workshop

Der 3. Blindentennis-Workshop findet vom 28.09. bis 30.09.2018 in Köln statt.

Dieser Workshop richtet sich an Anfänger, fortgeschrittene Spieler, aber auch Trainer.

Weitere Informationen können bei Torsten Resa angefordert werden; T.Resa@DBSV.org

Ein Rückblick:

Beim 1. und 2. Deutschen Blindentennis-Workshop stellten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und die Gold-Kraemer-Stiftung die außergewöhnliche Sportart vor. Jeweils 40 begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 12 und 50 Jahren kamen Ende April 2016 und Ende September 2017 nach Köln. Die blinden und sehbehinderten Sportinteressierten konnten im April-2016  erstmals Blindentennis kennenlernen und ausprobieren und konnten im September 2017 ihre Kenntnisse vertiefen und neue Interessierte begrüßen. Mit Odette Battarel und Amanda Green waren zwei erfahrene sehbehinderte Spielerinnen aus London angereist, die 2007 die Sportart in England eingeführt und seither ständig weiterentwickelt haben.

Informationspaket zum Blindentennis

In den folgenden Dokumenten finden Sie Hintergrundinfos, die Ihnen helfen, selbst einen Trainingsbetrieb aufzubauen. Das Infospaket wurde zusammengestellt von Niklas Höfken von der Gold-Kraemer-Stiftung.

Regeln und Entwicklung

Tennis ist ein Ballsport, bei dem ein Ball in rasantem Tempo durch die Luft geschlagen wird und nur einmal auf dem Boden auftippen darf. Damit ein vollblinder Mensch eine reele Chance hat, den Ball zu verfolgen und ihn zu retournieren, müssen die Regeln und Modalitäten des gewöhnlichen Tennis angepasst werden.

  • Gespielt wird entweder auf einem Badmintonfeld oder ausschließlich im Aufschlagfeld eines Tenniscourts. Je nach dem, ob Einzel oder Doppel gespielt wird, gilt die entsprechende Begrenzung.
  • Grund- und T-Linie sowie Außenbegrenzung sind mit einem Klebeband mit rauer Oberfläche abzukleben, unter dem eine mit dem Fuß tastbare, ca. 2 mm starke Schnur verlegt wird.
  • Die Höhenmaße des Netzes sind innen 80 und außen 85 cm. Die neueste Spielpraxis in England benutzt ein gewöhnliches Tennisnetz.
  • Das Racket (Schläger) hat eine Länge von maximal 56 cm (ein im Handel erhältliches Junior Racket). In England wird mit einem Juniorenracket von 51 cm (21“) Länge gespielt, wie es auch im Short Tennis Anwendung findet.
  • Gespielt wird mit einem Softball, der mit Metallstiften gefüllt ist, die während der Bewegung klappern. Die USA propagieren einen gewöhnlichen Tennisball, in dessen Mitte eine Schelle steckt. Der Ball ist schwerer und kann somit nicht so hoch springen.
  • Der Ball wird in verschiedenen Farben angeboten, und der Aufschläger hat die Wahl der Farbe.
  • Personen, die in die Kategorie B1 (vollblind) eingestuft werden, spielen mit einer Augenbinde.
  • Für sie darf der Ball maximal dreimal den Boden berühren, bevor sie ihn zurückschlagen müssen.
  • Personen mit einer höher klassifizierten Sehbehinderung müssen den Ball zurückspielen, nachdem er maximal zweimal den Boden berührt hat.
  • Voll sehende Personen müssen den Ball nach einer Bodenberührung returnieren.
  • Das Vollieren (Zurückspielen des Balls, ohne dass er zuvor den Boden berührt hat) ist nur zwischen Personen mit gleicher Sehvermögensklassifizierung gestattet.

Im Jahr 1990 fand in Japan das erste Blindentennisturnier statt. Als Erfinder des Sports gilt Miyoshi Takei (1968 – 2011), dessen größte Herausforderung die Entwicklung eines Tennisballs war, der vom Spieler lokalisieren werden kann. Als Ergebnis wird noch heute ein Softball verwendet, in dessen Zentrum ein Showdownball platziert wird. Im Jahr 2006 stellten japanische Vertreter das Blindentennis der ITF vor und konnten 2007 der offiziellen Einführung des Sports in England beiwohnen. Taiwan und China folgten in den Jahren danach.

Trainingsorte und -zeiten

  • Berlin: Infos zum Training bei Bianka Gräming
  • Düren: Training im Aufbau beim BFW Düren
    Infos bei Christof Granrath
  • Frankfurt: Infos zum Training bei Rainer Jost
  • Hamburg:
    Mi 9-10 Uhr Wendenstraße 120 Hamburg
    Betriebssportgemeinschaft Justiz Hamburg
    Infos bei Ronald Hinz
  • Köln
    Fr 18-19 Uhr B1 (vollblind)
    Tennishalle Walls, Am Ende der Kronstädter Straße, 50858 Köln
    Infos bei Niklas Höfken | Tennis für Alle Projekt, Tel: 015785965424
  • Löhne/Westfalen:
    Fr 17-18 Uhr
    Infos bei Marc-Rene Walter, 0176.66660735
  • Paderborn: Training im Aufbau
    Infos bei : Denis Schrittwieser, Tel: 0176/45871307

Rostock: Infos zum Training bei Chris Kaplan

Pressebilder zu Blindentennis

Pressebilder vom ersten Blindentennis-Workshop in Deutschland im April/Mai 2016. Bildnachweis: Aktion Mensch / Michael Bause

Ansprechpartner in der DBSV-Geschäftsstelle

Reiner Delgado Sozialreferent Telefon: 030 285387-240